Kalorien zählen – Wie sinnvoll ist die Methode zum Abnehmen wirklich?

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Das Zählen von Kalorien basiert bei Vielen auf folgendem: Wer weniger Kalorien zu sich nimmt, als er verbrennt, verliert an Gewicht. Doch geht die Gleichung “negative Energiebilanz = Gewichtsreduktion“ wirklich auf? Diese Frage ist nach heutigem Wissensstand mit einem klaren “Nein” zu beantworten! Hier erfährst du warum dies der Fall ist und welche Argumente gegen das lästige Kalorienzählen sprechen.

Geschichtlicher Hintergrund

Bereits in den 1960er Jahren erkannte der stark übergewichtige Kardiologe Robert Atkins, dass nicht die Kalorienzahl am Ende des Tages, sondern vielmehr die Zusammensetzung der Kost entscheidend ist. Atkins selbst unterzog sich im Rahmen eines wissenschaftlich durchgeführten Projektes einer erfolgreichen Diät. Die Basis bestand aus Fett und Eiweiß mit stark limitierter Kohlenhydrataufnahme. Daraus hat sich die weltweit bekannte “Atkins Diät” entwickelt. Bei dieser Diät kommt es nicht auf die Kalorienmenge sondern auf den Verzicht der sogenannten “schlechte Kohlenhydrate” an. Obst und Gemüse sind dabei in geringen Mengen erlaubt. Seit einigen Jahren erfahren diese Erkenntnisse jedoch eine Renaissance: Proteinbasierte Diäten haben Konjunktur. Kohlenhydrate sind zwar kalorienärmer als Fett, jedoch wurden gewisse Formen davon als Dickmacher entlarvt. Zum Verständnis hat z.B. Fett mit 9 kcal pro Gramm die meisten Kalorien, während Kohlenhydrate und Eiweiß jeweils mit nur 4 kcal pro Gramm zu Buche schlagen.

Qualität statt Quantität

Die Qualität unserer Nahrungsmittel ist nicht nur für die Gesundheit unseres Organismus entscheidend, sondern spielt auch bei der Gewichtsreduktion eine wesentliche Rolle. Stellt euch vor, unser Körper ist ein Haus, indem wir gerne leben möchten: in diesem Fall wollen wir sichergehen, dass nur hochwertige Materialien für den Hausbau zum Einsatz kommen. Wenn ihr diesen Gedanken auf die Nahrungsaufnahme anwendet, dann sollten wir Lebensmittel bevorzugen, die eine hohe Nährstoffdichte haben und uns lange satt machen können. Daraus folgt, dass es nicht entscheidend ist möglichst wenig Kalorien zu uns zu nehmen, also auf die Quantität zu achten, sondern qualitative Nahrungsmittel zu konsumieren, die unser Körper zu wichtigen Bestandteilen (Muskeln, Knochen, Hormone etc.) weiterverarbeiten kann und bei denen die zugeführte Energie nachhaltig genutzt wird. Qualitativ hochwertige Nahrung basiert insbesondere auf essentiellen Aminosäuren (z.B. Proteine aus Nüssen, Eiern und Fisch) sowie auf hochwertigen pflanzlichen Fetten (z.B. das Fett aus Nüssen, Saaten, Avocados oder nativem Olivenöl). Außerdem benötigt der Organismus zum Erhalt der Körperfunktionen genügend Vitamine, Mineralien und Mikronährstoffe, welche unter Anderem in Obst und Gemüse vorhanden sind. Gemüse besteht dabei hauptsächlich aus den hochwertigeren, sogenannten langkettigen Kohlenhydraten, die kaum negativen Einfluss auf das Gewicht haben. Grund dafür ist, dass es sich hierbei um qualitativ hochwertige (langkettige) Kohlenhydrate in geringen Mengen handelt. Somit ist Gemüse mit seiner hohen Nährstoffdichte für das Abnehmen unumgänglich. Auch Obst enthält viele Vitamine und Mineralien, ist aber dennoch im Rahmen einer Gewichtsreduktion wegen seines hohen Fruchtzuckergehalts nur in Maßen empfehlenswert.

Zucker und seine Suchtgefahr

Auch wenn es wie ein Scherz klingen mag: Zucker ist die Volksdroge Nummer 1 und mitverantwortlich für etliche chronische Erkrankungen und Volkskrankheiten. Dazu zählen nicht nur Korpulenz, sondern auch Bluthochdruck, Diabetes, Herzinfarkte und sogar Krebs. Hinzu kommt die Tatsache, dass Zucker das Verlangen nach “mehr” fördert und der Sättigungseffekt weitaus später einsetzt, als bei dem Verzehr von Proteinen und Fetten. Wir neigen somit dazu, zu viel Zucker zu uns zu nehmen, um ein Sättigungsgefühl zu erzeugen. Dabei führen wir dem Körper ein Übermaß an Kalorien zu und schaden dadurch gleichzeitig der Gesundheit, indem der Verdauungstrakt unverhältnismäßig belastet wird.

Kalorien zählen nervt

Gegen das Kalorien zählen spricht vor allem die Tatsache, dass die permanente Rechnerei den Genuss und die Freude am Essen verdirbt. Durch die Überprüfung jedes einzelnen Nahrungsmittels auf seinen Energiegehalt werden die natürlichen Regelungsmechanismen von Hunger- und Sättigungsgefühl empfindlich gestört. Diese übertriebene Kontrolle kann im schlimmsten Fall sogar Essstörungen hervorrufen.

Für wen ist eine kohlenhydratreiche Kost sinnvoll ?

Da Kohlenhydrate als Treibstoff für unseren Körper fungieren, ist eine erhöhte Kohlenhydratzufuhr nur bei großer körperlicher oder mentaler Belastung notwendig. Ausdauersportler, wie Marathonläufer, brauchen besonders viel Energie. Diese kann schnell durch eine kohlenhydratreiche Kost produziert werden. Aber auch vor und während wichtiger Prüfungen bzw. stressiger Phasen braucht das Gehirn viel Energie. Ohne ausreichend Kohlenhydrate fällt es uns nämlich schwerer, körperliche Höchstleistungen zu erzielen oder anspruchsvolle Denkaufgaben zu bewältigen. Wer sich hingegen wenig bewegt, sollte nicht so viele Kohlenhydrate konsumieren, da diese sonst in Fettreserven umgewandelt werden.

Fazit

Wenn Du Gewicht verlieren möchtest, ist das alleinige Kalorienzählen keine empfehlenswerte Methode. Vielmehr solltest du auf die Qualität deiner Kost achten und dem Körper ausreichend wichtige Nährstoffe zuführen. Beim Einkaufen solltest du also bei dem Blick auf die Nährstofftabelle des Lebensmittels nicht nur auf die Kalorienangaben achten, sondern auch auf den Anteil von gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten und Zucker. Wenn du es dir jedoch lieber einfach machen möchtest und du dir das ständige nachschauen der ganzen Nährstofftabellen im Supermarkt ersparen möchtest, lasse dir von unseren Ernährungsexperten einen Ernährungsplan zum Abnehmen erstellen. Wir berücksichtigen für dich nicht nur das richtige Kalorienniveau, sondern auch deinen individuellen Bedarf an Mikro- und Makronährstoffen, Lebensmittelbudget, Intoleranzen uvm.

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