Magersucht - Wenn Essen dein Leben bestimmt

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Was ist Magersucht?

Magersucht, oder auch Anorexia Nervosa, ist eine Essstörung, die zu einer krankhaften Abmagerung des Körpers führt. Betroffene haben ein krankhaftes Bedürfnis ihr Gewicht zu vermindern. Das Reduzieren oder sogar Ausbleiben von Essen kann bis hin zu einer lebensbedrohlichen Unterernährung führen, die mit schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen einhergeht. Häufig sind junge Mädchen und Frauen betroffen, aber auch immer mehr Männer leiden unter diesem Störungsbild.

Wie entsteht Magersucht?

Wie Magersucht tatsächlich entsteht, kann nicht einheitlich formuliert werden. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle. Mögliche Ursachen findest du hier:

 

UrsachenErläuterung
individuelle
  • Geringes Selbstwertgefühl
  • Hoher Leistungsanspruch
  • Perfektionismus
  • Hohes Kontrollbedürfnis
  • Traumatische Erlebnisse z.B. sexueller Missbrauch
biologische
  • Genetische Disposition
  • Einfluss bestimmter Neurotransmitter
familiäre
  • Psychische Erkrankung eines Elternteils
  • Unterdrückung von negativen Gefühlen
  • Hohe Kontrolle durch die Eltern
  • Übernahme von zuviel Verantwortung durch das Kind z.B. nach einer Scheidung der Eltern
soziokulturelle
  • Schönheitsideal durch die Medien
  • Ständiger Fokus auf: Essen, Figur, Gewicht, Aussehen
  • Vergleich unter Gleichaltrigen
  • Mobbing, negative Kommentare

Vermeidung von gemeinsamen Essen

Betroffene finden oft Ausreden, um gemeinsames Essen zu vermeiden. Bauchschmerzen, kein Hunger oder es wurde schon gegessen, sind nur einige von vielen. Sie ziehen sich verstärkt zurück und machen ihre Probleme mit sich selbst aus.

Versagensängste

Sie sind in ständiger Begleitung von Versagensängsten. Sei es privat, schulisch, beruflich – egal in welcher Situation. Sie wollen perfekt sein und streben immer das Optimum an.

Starke Leistungsorientierung

Magersüchtige sind leistungsorientiert. Sie haben hohe Ansprüche an ihre schulischen Erfolge, sind oft überdurchschnittlich begabt. Das kann sich allerdings im späteren Verlauf des Störungsbildes ändern.

Missachtung von Körpersignalen

Betroffene verlieren die Fähigkeit, auf ihre Körpersignale wie Hungergefühle, Temperaturreize oder Müdigkeit zu reagieren. Die körperlichen Schwächen werden sogar mit vermehrter sportlicher Betätigung “bestraft”. Selbst nach einem körperlichen Zusammenbruch wird keine Einsicht gezeigt. Die komplette Aufmerksamkeit, wird auf das eigene Gewicht gelegt und alles um sie herum wird ausgeblendet.

Verzerrte Körperwahrnehmung

Magersüchtige nehmen ihren Körper anders wahr und bewerten ihn falsch. Das macht es für Außenstehende so schwer, sich in die Lage des Betroffenen hineinzuversetzen. Die Aufmerksamkeit wird häufig auf bestimmten Körperbereiche wie Hüfte, Bauch und Oberschenkel gelenkt und als zu “dick”, “unförmig”, “nicht passend” empfunden – und das auch vor allem in Phasen, in denen bereits ein ausgeprägtes Untergewicht besteht.


Folgen von Magersucht

  • Regelblutung der Frauen bleibt aus
  • Vermehrter Haarflaum am Körper
  • Störung der Fruchtbarkeit
  • Häufiges Frieren
  • Osteoporose
  • Haarausfall
  • Zahnschäden

Die Heilung - Raus aus der Magersucht Falle

Magersucht lässt sich überwinden, aber nie vollständig heilen!

Ist Magersucht heilbar?

Das Sterberisiko dieser Essstörung ist aufgrund der körperlichen Folgen groß. Die Chance, dass Betroffene lernen, mit ihrer Magersucht umzugehen, besteht dennoch. Frühzeitige Erkennung des Störungsbildes ist besonders wichtig, um den bestmöglichen Erfolg zu erzielen. Um zu überprüfen, ob sich der Betroffene im Untergewicht befindet, verwende gern unseren BMI-Rechner. (Achtung: Dieser ersetzt jedoch keinesfalls die professionelle Einschätzung eines Arztes)

Wie wird Magersucht behandelt?

Bist du selbst betroffen oder kennst du jemanden, der unter Magersucht leidet? Du bist nicht allein! Wichtig ist, dass du dir professionelle Hilfe holst. Häufig sind seelische Störungen die Ursache, die unbedingt behoben werden müssen, da sie sonst chronisch werden können. So schaffst du es zwar, für eine gewisse Zeit in die Normalität zurückzukehren, doch nach symptomfreien Phasen kommt häufig der Rückschlag. Aus diesem Teufelskreis auszubrechen, ist gar nicht so leicht, doch chancenlos eben auch nicht. Du als Betroffene(r) selbst musst deine Essstörung besiegen wollen.

Multidisziplinäres Team

Die Zusammenarbeit zwischen Psychotherapeuten, Ärzten und Ernährungstherapeuten ist essentiel für die Behandlung von Magersucht

So komplex die Ursachen sein können, so ist es auch die Therapie. Ein Team aus Psychotherapeuten, Ärzten und Ernährungstherapeuten (Multidisziplinäres Team), ist für die Behandlung deiner Essstörung zuständig. Doch wer kümmert sich um was?

Psychotherapeuten

  • Behandlung der Essstörungssymptome wie das Hungern und weitere psychische Beschwerden z.B. Selbstwertprobleme
  • Ursache der Essstörung erforschen
  • kognitive Verhaltenstherapie + tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie + familientherapeutische Interventionen → beste Wirksamkeit der Behandlung

Ärzte

  • in Folge der Unterernährung kommt es zu körperlichen Folgen, die unbedingt behandelt werden müssen
  • Beispiele: regelmäßige Gewichtskontrolle, Überprüfung der Laborwerte, Herz- und Nierenfunktion

Ernährungstherapeuten

  • Behandlung der akuten Symptome der Nahrungseinschränkung
  • Vermittlung von Wissen über ausreichende Mahlzeitenstrukturen, normale Portionsgrößen
  • Integration verbotener Lebensmittel

Ambulante oder stationäre Therapie bei Magersucht?

Welche Therapieform die Richtige ist, ist abhängig von der individuellen Situation und Symptomatik. Folgende Merkmale geben dir einen Überblick:

Ambulante TherapieStationäre Therapie
Was ist das?
Besteht aus medizinischer Begleitung, ambulanter Psychotherapie und Ernährungsberatung
Was ist das? 
Betreuung in Tageskliniken, Kliniken und Wohngruppen

Sinnvoll unter folgenden Bedingungen

  • BMI > 15
  • regelmäßige Gewichtszunahme bei Untergewicht
  • Krankheitseinsicht
  • keine körperlichen Komplikationen
  • nicht Selbstmordgefährdet
  • stützendes soziales Umfeld

Sinnvoll unter folgenden Bedingungen

  • BMI < 15
  • schneller o. langanhaltender Gewichtsverlust
  • geringe Krankheitseinsicht
  • Selbstmordgefährdet
  • ausbleibender Erfolg in der ambulanten Therapie
  • belastendes soziales Umfeld

Filterbare Tabelle: Hochkalorische Lebensmittel

Hier findest du eine Tabelle aller hochkalorischen Lebensmittel. Damit sind Lebensmittel gemeint, die eine hohe Energiedichte, also viele Kalorien auf wenig Masse haben. Diese Lebensmittel kannst du in deine Ernährung einbauen, wenn du deine Kalorienzufuhr einfach erhöhen möchtest, ohne viel Nahrung essen zu müssen.

Nutze die Filteroptionen und sortiere unsere Lebensmitteldatenbank, um die passenden Lebensmittel für deine Bedürfnisse zu finden:


Fazit

Magersucht ist nicht die Lösung des Problems und muss durch ein multidisziplinäres Team unbedingt behandelt werden, da es sonst zu schweren Folgen kommen kann. Frühzeitige Erkennung des Störungsbildes durch Ärzte, Freunde, Familie ist sehr wichtig. Je früher daran gearbeitet wird, desto größer ist die Chance auf Besserung. Da bei der Erkrankung das Sterberisiko deutlich erhöht ist, ist eine stationäre Therapie bei Magersüchtigen häufig notwendig. Das Erreichen des Normalgewichts und Normalisierung des Essverhaltens ist in der ambulanten Therapie oft nicht möglich.


Häufige Fragen und Antworten

Magersucht, oder auch Anorexia Nervosa, ist eine Essstörung, die zu einer krankhaften Abmagerung des Körpers führt. Betroffene haben ein krankhaftes Bedürfnis ihr Gewicht zu vermindern. Das Reduzieren oder sogar Ausbleiben von Essen kann bis hin zu einer lebensbedrohlichen Unterernährung führen, die mit schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen einhergeht. Häufig sind junge Mädchen und Frauen betroffen, aber auch immer mehr Männer leiden unter diesem Störungsbild.

Als alleinige Diagnose für Magersucht reicht der BMI nicht aus. Ab einem BMI von <18 gilst du bereits als Untergewichtig. Um herauszufinden, ob du an Magersucht leidest oder nicht, sollten weitere Faktoren wie “Angst vor Gewichtszunahme” oder “Wahrnehmung des eigenen Körpers” betrachtet werden.

  • Vermeidung von gemeinsamen Essen
  • Versagensängste
  • starke Leistungsorientierung
  • Missachtung von Körpersignalen
  • verzerrte Körperwahrnehmung
  • Regelblutung der Frauen bleibt aus
  • vermehrter Haarflaum am Körper
  • Störung der Fruchtbarkeit
  • häufiges Frieren
  • Osteoporose
  • Haarausfall
  • Zahnschäden

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