Upfit Podcast #2: Gesunde Ernährung trotz Tourstress und Zeitmangel mit Comedian David Kebekus

In Upfit Folge #2 erzählt Comedian David Kebekus vom stressigen Show Business, der Herausforderung von gesunder Ernährung auf Achse und warum Planung und Selbstdisziplin den Unterschied ausmachen. Ein unterhaltsamer Blick hinter die Kulissen eines Comedy Stars, der wie fast jeder Berufstätige mit der täglichen Herausforderung kämpft unterwegs gesund zu essen und genügend sportliche Aktivität auf Tournee zu integrieren um langfristig fit und kreativ auf der Bühne zu sein. Kommentiert fleißig, abonniert unseren Kanal und verpasst zukünftig keine Folge.

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Transkript zum Podcast

Einleitung

Till [00:00:00] Herzlich willkommen zum Podcast von Upfit, deinem Ernährungscoach für die Hosentasche, der gesunde Ernährung leicht macht. 100 Prozent individuelle Ernährungspläne für dein persönliches Ziel per Smartphone-App. Tausende haben bereits ihre Erfolgsgeschichte mit Upfit geschrieben. Auch Top-Athleten und Ernährungsberater vertrauen auf unser Know-how. Warum das so ist, schau es dir am besten selbst an unter www.upfit.de. Und jetzt geht’s los mit dem Podcast. Moin liebe Upfitties, ich habe heute ein Interviewgast bei mir zu Hause und das ist der David Kebekus. David Kebekus ist – ihr kennt ihn vielleicht – Comedian seines Zeichens und in letzter Zeit am stark aufsteigenden Ast unterwegs und ich habe vor, in Zukunft jeden Interviewgast mit ein paar Fragen zu begrüßen, und David ist mein erstes Opfer. David, sag mal hallo nochmal.

David [00:00:55] Hallo Upfitties!

Vorstellung von David Kebekus und seinen Zielen

Till [00:00:59] erste Frage an dich, David. Du kannst auch ruhig weiter ausholen. Woher kennen wir uns?

David [00:01:11] Fußball 2008, du hattest eine kaputte Nike Brille und Dreadlocks. 

Till [00:01:14] Das stimmt, aber das ist lange her. Ja, meine Dreadlocks… Du hattest noch bisschen kürzere Haare und einen kürzeren Bart. 

David [00:01:21] Vielleicht mache ich mir demnächst Dreadlocks. Vielleicht haue ich irgendeine Brille kaputt. 

Till [00:01:28] Das könnte auch ein neues Markenzeichen werden. Finde ich eigentlich ganz gut. Frage 2: Was motiviert dich, morgens aufzustehen und wie frühstückst du? Wir sind hier so ein bisschen ernährungstechnisch unterwegs. 

David [00:01:41] Der Drang zum iPhone.

Till [00:01:46] Das ist das Wichtigste morgens?

David [00:01:47] Es ist eigentlich traurig. Was motiviert mich aufzustehen? Ja, der Tag. Ich bin eigentlich erst mal gerädert, wenn ich aufwache. Und ich habe jetzt keine spezielle Motivation. Ist, glaub ich, ganz normal. 

Till [00:02:03] Ich habe mir in Klammern hier hingeschrieben: Auftrag Fragezeichen. Also ich meine… Was motiviert dich morgens aufzustehen, ist vielleicht eine schlechte Frage, wenn man generell nicht gerne morgens aufsteht. Aber die Frage geht eher dahin: Was siehst du so als einen Auftrag an? Also, was möchtest du mit deiner Zeit schaffen? 

David [00:02:26] Also langfristig gesehen, oder meine künstlerischen beruflichen Ziele sind immer wieder gute neue Programme zu haben. Und allein das ist schon so anstrengend oder so schwer genug und erfordert so viel Aufwand, dass man irgendwann aufstehen sollte, sonst wird das nichts.

Till [00:02:48] Besser ist’s. 

David [00:02:52] Aber jeden Abend denke ich: Morgen früh stehe ich auf, mache erst mal ein paar Dehnübungen. 

Till [00:02:59] Das denkst du? I’m in your brain, haha.

David [00:03:00] You are in my brain und normalerweise, ich versuche zweimal die Woche pumpen zu gehen, dann gehe ich noch einmal die Woche Fußball spielen, also best case. Und wenn ich weiß, ich trainiere heute nicht, dann würde ich gern morgens dehnen, weil ich auch merke, dass ich so ein bisschen steif bin, so generell…

Till [00:03:20] Sieht man auch auf der Bühne.

David [00:03:20] …habe es bis jetzt aber noch nie gemacht. Also irgendwie am Anfang, als die Black Roll neu war vor 10 Jahren. Da hab ich das schon gemacht. Aber jetzt irgendwie… jeden Abend denke ich das, aber morgens mache ich es nicht. 

Till [00:03:33] Das geht so in diese „Ziele, die ich schon immer hatte, aber nie erreichen werde“-Sache rein. Das ist ganz cool. Ich habe nämlich – du hast es vielleicht gemerkt – du hast so ein Witz in deinem Programm über Listen. Und welche Freude einem das doch bereitet, einzelne Dinge auf einer Liste mit einem dicken Edding durchzustreichen. Und deshalb habe ich mir eine Liste mit Fragen gemacht, die ich gleich mit dem Edding durchstreiche.

David [00:03:59] Heute Morgen hatte ich Ei und ich musste erst mal Ei einkaufen gehen, damit ich mir Ei machen konnte. 

Till [00:04:05] Okay, aber das ist ja schon mal ziemlich gut. Ist Ei so ein Standard Frühstücksutensil, das du so am Start hast? 

David [00:04:14] Weiß ich nicht. Ich esse auch eigentlich gern Haferflocken, aber dann kommt mir immer wieder ins Gewissen, dass Haferflocken eigentlich nicht so geil sind, weil sie so carbig sind. Und ja, ich mag eigentlich Ei. Aber ich habe sogar Ei, Möhre und Paprika gegessen, aber nur, weil wir uns verabredet haben. 

Till [00:04:35] Also extra vorbereitet? Finde ich ziemlich schlau. 

David [00:04:38] Aber ich habe eigentlich nicht so einen richtigen Frühstücksstandard, manchmal Joghurt… Und ich mache das eigentlich immer so: wenn ich eine Zeit lang zu Hause bin, habe ich immer eine Sache zu Hause und die esse dann auf. Oder es geht mir auf die Nerven, dass es immer so eintönig ist. Manchmal habe ich auch Brot oder Brötchen. Eigentlich keine richtigen Regelungen. 

Till [00:04:58] Ein bunter Mix. Aber der geneigte Zuhörer wird jetzt schon herausgehört haben, dass du jetzt nicht der klassische Zucker-Müsli-Nutella-Marmelade-Typ bist. 

David [00:05:09] Stimmt ja, das habe ich irgendwie gestrichen. 

Till [00:05:11] Krass, oder? Interessant, da kommen wir vielleicht später nochmal drauf. 

David [00:05:15] Hast du da auch Schuld dran? 

Till [00:05:16] Man weiß es nicht. Das würde ich so nicht sagen. 

David [00:05:19] Ich habe mal gehört, der Fitnesstrainer von Heidi Klum hat in einem Interview gesagt: „Zucker ist der Teufel“. 

Till [00:05:23] Das ist krass. Wahrscheinlich ein sehr religiöser Typ, weiß ich nicht genau. Obwohl, da würden viele in die Hölle kommen wollen. Ich weiß nicht, ob das so schlau war, das so zu sagen.

David [00:05:36] Und was ist dann Gott? Salz? Aber das gute Salz.

Till [00:05:40] In Anspielung an Marc-Uwe Kling FeSaZu – Fett, Salz, Zucker. Das ist so das Dreigestirn.

David [00:05:49] Ich weiß, wer das ist, aber das hab ich noch nicht gehört. Grüße.

Till [00:05:55] Ja, Grüße unbekannterweise an Marc-Uwe Kling an dieser Stelle. David, wo siehst du dich in fünf Jahren? 

David [00:06:02] In fünf Jahren bin ich 40. Krass. Dann sehe ich mich… ich hoffe, dass ich mein drittes Programm irgendwie habe. Ja, müsste ungefähr stimmen. Und ich denke, dass ich angefangen habe, eine Familie zu haben. Und meine kleine Wohnung verlassen habe und ich würde gerne… Also ich habe vor zwei Jahren mal auf Englisch gespielt, und das würde ich auch öfter machen und wenn ich 40 bin, hätte ich das gerne öfter gemacht. 

Till [00:06:44] So ein bisschen Internationalisierung, da sind wir auch grade dran mit Upfit.

David [00:06:48] Und ich hätte gerne einen Fahrer. Und ich habe letztens eine Liste gemacht, was ich mir besorgen würde, wenn ich Geld wie Heu hätte, damit ich wirklich vor mir sehe, was ich will. Und ich weiß nicht mehr ganz genau, aber „Reinigungskraft“ stand wirklich drauf. Ich hatte schon mal eine, das ist auch nicht unbezahlbar, aber ich will das. Wäsche aufhängen find ich furchtbar. Nervt einfach. Einkaufen kannst du dir immer noch liefern lassen. Dann einen Fahrer und einen Van. Und das ist das Ziel. Dass du so einen Van hast und einen Fahrer, der ordentlich bezahlt wird. Und auf dem Weg dahin kannst du erst mal irgendeinen Jimmy bezahlen, der deine eigene Karre fährt, schwarz. Dann irgendwann holst du dir einen Bulli und einen richtigen Fahrer. 

Till [00:07:55] Ich merke schon, du hast wirklich große Wünsche… na ja, geht eigentlich so. Aber ich habe so ein bisschen hinten rausgehört, dass Geld wie Heu haben über allem steht, weil dann ist alles besser. Interessante psychologische Komponente. 

David [00:08:13] Aber Geld hab ich doch gar nicht erwähnt, oder? 

Till [00:08:16] Das war ja die Grundidee von deiner eigenen Fragestellung dir gegenüber. 

David [00:08:19] Ach so, wenn ich Geld wie Heu habe. Also so viel wird sich gar nicht ändern, weil ein Auto habe ich. Ich brauche eigentlich nur noch jemanden, der es lenkt.

Till [00:08:26] So, jetzt habe ich schon die Frage gestellt, wo du dich in 5 Jahren siehst. Jetzt so spontan noch eine weitere Anmerkung: Was meinst du, wie siehst du aus, wenn du in 5 Jahren in den Spiegel guckst? 

David [00:08:38] Ein bisschen faltiger, mehr grau. 

Till [00:08:41] Und ansonsten Maschine. 

David [00:08:43] Ansonsten Maschine. Zumindest sympathische Maschine. Wenn man am Körperbau erkennt: „Junge, der ist einfach nur süchtig, 12 Stunden im Fitnessstudio“, da ist es schon irgendwie beeindruckend, aber das muss noch im Rahmen bleiben. Außerdem bin ich keiner, der an seine Grenzen geht, was Pumpen angeht. Ich hasse das.

Till [00:09:08] Aber du machst es deinem Körper zu Liebe ein bisschen. 

David [00:09:11] Ja, aber nicht viel. Manchmal ist der Moment da, an dem ich eigentlich erhöhen müsste. Aber ich schaffe das eh nicht. Ich mache immer das gleiche Gewicht und versuche das halt einfach noch mal.

Till [00:09:23] Wer den Mann mal auf der Bühne gesehen hat weiß, er ist sportlich, der Typ. Und insofern kann man das, glaube ich, durchgehen lassen. Wahrscheinlich ist das Nicht-an-die-Grenze-gehen eines David Kebekus das super harte Training eines Frederic S oder wie auch immer, aber das sei mal dahingestellt. 

David [00:09:42] Ich habe aber kein Bock darauf. Ich wäre gern gesund alt.

Till [00:09:46] Das ist auf jeden Fall, glaube ich, auch für alle eigentlich so das übergeordnete Ziel, weil im Endeffekt das, was jetzt kommt, ein schlauer Satz, den ich von Wolfgang Unsöld mal wieder geklaut habe: „Fitness bzw. Leistungsfähigkeit ist angewandte Gesundheit“. Das ist eine ziemlich coole Betrachtungsweise, weil im Endeffekt ist es so, wenn alle Prozesse in deinem Körper super geil funktionieren und du dich gut ernährst, sprich gesund ernährst, sodass deine Mikro- und Makronährstoffe abgedeckt sind und du gute Energie hast, dann bist du leistungsfähig. Und insofern ist Fitness ein Stück weit angewandte Gesundheit. Vielleicht eine Überlegung wert, aber ich glaube, da hast du einen ganz guten Mittelweg, weil ich glaube auch, das Extreme bringt einen in der Regel nicht besonders weit. Das hat eine gewisse Halbwertszeit und dann irgendwann bricht es in sich zusammen. Und deshalb einen guten Weg zu fahren, mit dem man leistungsfähig und gesund bleibt, ist ganz vernünftig und daher ziemlich gut. Was sind deine fünf Prioritäten aktuell im Leben? Du kannst auch nur drei sagen, wenn dir nicht genug einfallen. 

Prioritäten setzen

David [00:10:51] Also beruflich und privat, ja? 

Till [00:10:58] Ja, einfach deine Prioritäten, je nachdem ob sie beruflich oder privat sind.

David [00:11:02] Ja, es ist ein bisschen schwierig. Ich meine, ich habe heute Abend ein Solo in Essen und das hat schon irgendwie Priorität, da auch hinzugehen. Muss man schon machen. Ich weiß es nicht, ich habe so ein paar Regeln irgendwie. Mal so eine berufliche Regel, mal grob formuliert, aber irgendwie muss man sich da ja durch grooven. Zum Beispiel. Sonntag und Montag habe ich normalerweise frei, um Sonntag nach Hause zu fahren, theoretisch. Wenn ich dann mit 40 eine Familie habe, möchte ich dann auch da sein. Das sollte sich im Alltag eingrooven, dass meine Leute wissen, ich bin Sonntag und Montag zu Hause. Montags gehe ich immer Fußball spielen. Das ist mir auch irgendwie wichtig. Montag ist auch kein Bühnen-Tag, dann ist das auch okay, da nicht aufzutreten. Und ich habe schon gehört, dass bei vielen erfolgreichen Leuten das Privatleben zusammenbricht. Weil tagsüber, wenn die Partner arbeiten, ist man zu Hause und hat theoretisch Zeit, aber abends, wenn dann alle um dich herum Zeit haben, stehst du auf der Bühne, bist unterwegs… Und irgendwie will ich verhindern, dass es bei mir auch so ist. Da habe ich so ein paar Strukturen für. Ansonsten ja, ich will auch gesund bleiben, das ist auf jeden Fall auch eine Prio. Und mein Material muss irgendwie frisch bleiben. 

Till [00:12:43] Ja, nicht auslutschen lassen. 

David [00:12:45] Ja, man darf auch keine Angst davor haben, Sachen nicht zu machen oder Sachen abzusagen. Wenn du dich künstlerisch hintergehen würdest, aber dafür Geld kriegen würdest, muss man sich irgendwie angewöhnen, immer zu sagen: Nein, sowas mach ich nicht. 

Till [00:13:03] Ja, finde ich auch. Ich glaube, da so ein bisschen seiner Sache treu bleiben ist wichtig. 

David [00:13:07] Und wann man dann seine Karriere hoch hat, ist halt erst mal egal. Ich finde es eigentlich ganz romantisch, wenn das so mit Ende 50 ist, Mitte 50. 

Till [00:13:15] Okay, Frührentner.

David [00:13:17] Nein, dass dann dein Peak ist. Dass du dann aufhörst, hab ich ja nicht gesagt. 

Till [00:13:20] Also konstanter Fortschritt. Eines meiner Themen gerne auch immer wieder, wenn es um Training und Ernährung geht. Konstanter Fortschritt. Schön, gibt es also auch in der Comedy. Also du hast mir gerade echt schon ein paar Sachen vorweggenommen, die die Gründe sind, warum ich dich überhaupt gefragt habe, ob ich dir mal ein paar dumme Fragen stellen kann. Dein Fame als Podcaster… Also ganz nebenbei: David hat auch einen sehr geilen Podcast, nennt sich „Lass hör’n“ mit dem Kollegen Jan van Weyde zusammen. Solltet ihr auch mal reinhören auf jeden Fall, lohnt sich. Da wird über die ganz wichtigen Dinge im Leben überhaupt nicht geredet. Aber über jede Menge andere Sachen würde ich mal sagen. 

David [00:14:02] Ja, es lohnt sich.

Till [00:14:12] Pass auf, eine von diesen Vorstellungsfragen habe ich noch. Da habe ich sehr lange darüber nachgedacht, ist eine extrem verzwickte und komplizierte Frage. 

David [00:14:20] Zur Not schneiden wir ja. 

Till [00:14:22] Ja, also: Welche drei Dinge würdest du in einer Welt ohne Strom am meisten vermissen? Ich wollte so eine Drei-Dinge-Frage noch stellen… er denkt nach…

David [00:14:35] Ohne Strom. Ist einfach nur der Strom weg oder sind alle Strom Dinge auch weg? 

Till [00:14:41] Alles was Strom verbraucht kann nicht verwendet werden. 

David [00:14:48] Stand jetzt natürlich mein blödes Smartphone. Weil alles andere krieg ich auch so hin… mit Holz heizen, … 

Till [00:14:58] Die Frage ist deshalb auch so verzwickt, weil da steht, du würdest es vermissen. Würdest du es wirklich vermissen? Weil ich verfluche mein Smartphone teilweise, aber wenn niemand es hätte, dann wäre es mir wieder völlig egal. 

David [00:15:11] Bist du im Podcast up to date? Wahrscheinlich nicht, oder? Du bist so busy, ist egal, weil da habe ich zuletzt gesagt… Ich habe so einen Satz gehört, dass das Gespräch, wovor du am meisten Angst hast, wahrscheinlich das ist, was du am ehesten führen müsstest. Und ich glaube, so eine Situation, vor der du am meisten Angst hast, würde einem auch helfen. Ein gemeinsamer Freund von uns, der will Vipassana machen, das ist 10 Tage lang Meditation, auch ohne Handy. Und es gibt eine Teezeit, Essenszeit und du darfst 10 Tage lang nichts sagen. So ungefähr. Du machst nichts. Und ich würde mir da, wenn ich mir das vorstelle, dass ich das 10 Tage mache, du bist da in der netten Natur, aber verlässt dieses Gebiet nicht. Ich stelle mir das so ein bisschen vor wie ein Gefängnis, weißt du, dass ich da durchdrehe, weil ich da nicht wegkann und habe auch so einen Bericht von so einem Kerl gelesen, der irgendwie zwei Tage sich da durch gequält hat, weil es einfach voll ätzend war und langweilig. Und nach zwei Tagen hatte der eine richtige Erleuchtung und hat sich so fallen lassen. Und ich war so lange nicht mehr ohne Handy und ohne Kommunikation unterwegs. Ich glaube, das wäre die absolute Qual und am Ende die absolute Erleuchtung. 

Till [00:16:51] Das kann ich mir gut vorstellen, es gibt ja auch Digital Detox. Ist ja auch ein ganz weit verbreitetes Thema. Das machen manche, machen das mal eine Woche, mal einen Tag. Er führt zu erstaunlichen Ergebnissen, auch was die eigene Zufriedenheit angeht und auch was die Reflexion des eigenen Tages angeht. Dass man feststellt, wie oft man eigentlich am Handy, am Smartphone, dran ist. Und insofern ist das eine Sache, die kann ich grundsätzlich erst mal nur empfehlen. Also ich glaube, dass das nie schlecht sein kann, sich von Dingen zu entkoppeln, die zu viel Macht über einen im Alltag einnehmen. Bei einem Smartphone ist das natürlich schwierig, weil es das eigene Büro quasi ist im Taschenformat. 

David [00:17:31] Ich wollte jetzt ein zweites Handy besorgen, dass wenn ich normal klassisch gebucht bin, dann bin ich halt Mittwoch bis Samstag unterwegs, dann habe ich mein Arbeitshandy und das andere ist halt ohne Instagram und ohne YouTube, ohne den ganzen Scheiß. Das war zuletzt meine neueste Idee. Ich glaube auch, dass das schlau ist.

Till [00:17:56] Ja, kann man machen. Als kleinen Tipp dazu: ich würde mir dann wirklich so ein altes Handy holen, wo man vielleicht auch Snake darauf spielen kann. Aber halt auch nicht viel mehr. Weil man die Neigung hat, in einem schwachen Moment dann doch irgendeine App darauf zu ziehen. Die darf man nicht unterschätzen. Also man muss sich solchen Reizen auch dann aktiv entziehen. Das ist immer das Beste. Wenn man Digital Detox macht, dann das Handy auch wirklich irgendwo so platzieren, dass es für einen selber ein Aufwand ist, das herauszuholen. Ist das Gleiche übrigens, wenn man einen süßigkeitenfreien Monat macht, oder alkoholfreien Monat, wie das hier im Rheinland üblich ist. Auf jeden Fall ist die einfachste Art und Weise das umzusetzen, die Sachen nicht verfügbar zu machen oder so weit von einem fernhalten, dass es wirklich ein Aufwand ist, sie an sich heranzulassen. Und insofern glaube ich coole Sache und kann man gerne mal machen. Und es hat mir die Frage zwar nicht beantwortet, aber ich streiche sie trotzdem durch, ja? 

David [00:19:25] Mach, ist dein Podcast. 

Tourleben und Gesundheit

Till [00:19:29] Okay, also ich habe eben schon gesagt, du hast mir so ein paar Sachen vorweggenommen, wegen der ich mich vor allem auf dieses Gespräch gefreut habe. Du hast schon selber gesagt, dass du einen sehr untypischen Tagesablauf hast. Du hast eine sehr untypische Arbeitswoche und du bist natürlich auch sehr viel unterwegs. Und ich sage mal so: Als Bühnenkünstler ist es natürlich auch so, dass man vielen Verlockungen ausgesetzt ist. So das klassische nach der Bühne noch ein Bierchen trinken…

David [00:20:05] Nein, bei mir nicht. 

Till [00:20:06] Ja genau deshalb spreche ich mit dir und nicht mit Jan. Nein Quatsch, ist ein Scherz. Hallo Jan! Es geht mir wirklich darum, mal ganz kurz für dich so die Entwicklung der letzten Jahre anzuschauen. Wie sah vor fünf Jahren so ein normaler Tag bei dir aus? Oder so eine Woche, so ganz grob skizziert. Und wie ist das heutzutage? Du hast schon gesagt, montags ist jetzt aktuell dein freier Tag und dann versuchst du dir auch irgendwie so gut wie möglich freizuhalten. 

David [00:20:30] Nein, ich habe dann keine Auftritte. Das heißt, ich habe dann trotzdem manchmal zu tun, oft montags auch Podcast. Aber dann bin ich zumindest in der Heimatstadt sonntags und montags. Vor fünf Jahren hatte ich ja deutlich weniger Auftritte, was ich da gefrühstückt habe und so weiß ich nicht. Ich hatte mehr Schreibtischarbeit zu tun, weil ich mehr Texte geschrieben habe für irgendwelche Leute. Oder meinst du das ernährungstechnisch? 

Till [00:21:03] Nein, nein, ich meine es tatsächlich so. Also so den Alltag… Sprich, du hattest einen mehr oder weniger normalen Arbeitsalltag? 

David [00:21:11] Ich hatte halt immer das Problem, dass ich oft tagsüber den Arsch nicht hochgekriegt habe. Ich saß vielleicht am Arbeitsplatz, aber habe dann lange gebraucht, bis ich wirklich fokussiert irgendwie an irgendwas arbeite. Und jetzt bin ich in einer Phase, wo das Programm mehr oder weniger steht. Und ich muss mich dafür am Tag nicht noch mal hinsetzen, irgendwas ausarbeiten, weil wenn ich neue Ideen habe, dann kann ich die machen, aber ich muss es nicht. Ich kann mich auch auf mein aktuelles Programm, auf den Stand von gestern berufen. Gucken, was mir am Abend spontan einfällt. Also ich muss mich eigentlich nicht vorbereiten auf das Programm. 

Till [00:21:50] Das heißt, du bist flexibler. 

David [00:21:53] Ja, ich versuche das so ein bisschen zu genießen, weil jetzt die nächsten drei Shows ausverkauft sind. Da freut man sich ja total, weil du weißt ganz genau, die Stimmung wird überragend sein. Das Programm ist dort, alle sind deinetwegen da, ist ein Selbstläufer. Und dann habe ich keinen Bock, den Tag mich noch mit irgendwelchem Scheiß voll zu ballern. Deswegen habe ich im besten Fall am Solo Tag keine Arbeit zu tun im Sinne von „Ich muss noch einen Text schreiben“, „Ich muss irgendwas anderes machen“. Heute habe ich ein Interview gegeben und bin jetzt bei dir. Das fühlt sich aber nicht nach Arbeit an. 

Till [00:22:30] Vielen Dank. Du hast also in den letzten Jahren dann auch dadurch, dass du dein Programm fertiggemacht hast und jetzt quasi was Stehendes hast, mit dem du arbeitest, mehr Möglichkeiten deinem Tag irgendwie Struktur zu geben? Könnte man das so zusammenfassen? Und was sind denn so jetzt aktuell im Alltag – und da rede ich jetzt auch gerade von den Tagen, wo du unterwegs bist auf der Straße – was sind die größten Herausforderungen für dich? Weil ich glaube, unabhängig davon, dass du natürlich einen anderen Job hast und eine andere Grundidee von dem, was du tun musst und tun willst, ist es natürlich so, dass viele Menschen im Job auch einfach sehr viel unterwegs sind. Wenn du irgendwo in andere Städte reisen musst, was sind da für dich die größten Herausforderungen? 

David [00:23:20] Also mittlerweile ist alles, was man mit dem Reisen verbindet eigentlich total entspannt. Ich habe jetzt eine Bahncard 100 für drei Monate und da ist die größte Herausforderung, dass die Bahn kommt. Das ist so eine Sache, aber alles andere ist relativ entspannt. Ich habe auch irgendwie kein Problem damit, drei Stunden Bahn zu fahren oder so und meine Termine sind auch so gebucht, dass die Strecken irgendwie Sinn ergeben. Ich bin jetzt dreimal in NRW, fahr dann heute wieder nach Hause, morgen bleibe ich in Dortmund, fahre dann weiter nach Bielefeld. Das liegt dann quasi alles auf dem Weg oder ist in der Nähe. Von zu Hause ist alles entspannt. Da sehe ich überhaupt keine Probleme. 

Till [00:24:02] Also sprich, man könnte sagen, dass eine gute Planung – und es macht sicherlich auch die Erfahrung der letzten Jahre, wie man das am schlausten plant – einfach extrem hilfreich ist, um nicht in so Stress zu kommen, dass man sich fragt: A was mache ich mit meiner Zeit? (Was noch die bessere Variante ist) und B wie kriege ich alles geritzt? Um das Thema Essen aufzugreifen, wann soll ich wo was essen? Höre ich ganz häufig. Ich bin viel unterwegs, ich weiß nie, was ich essen soll. Da gibt es immer überall nur Mist.

David [00:24:34] Ja, das ist bei mir leider auch schon relativ entspannt. Was heißt leider? Ich habe halt da, was ich frühstücke. Ich frühstücke immer zu Hause und habe da irgendwas ohne Zucker, oder ich hol mir ein paar Eier oder so. Und bei meinen Solos kriege ich immer was zu essen. Ich habe dann auch mal angegeben, was ich mag oder dass da steht „kein Fastfood“. Und meistens wird irgendwas für mich bestellt. Aber zuletzt habe ich mir immer Antipasti bestellt. Weil da ist kein Carb drin, und das ist viel Gemüse und so.

Till [00:25:11] Man merkt schon: Low Carb ist weit vorne. 

David [00:25:13] Ja, das mag ich, aber ich ziehe das gar nicht durch.

Till [00:25:15] Du bist auch nicht der Typ, der jetzt keine Carbs essen darf. Zu dem Thema komme ich vielleicht irgendwann noch mal, aber gerade, wenn man da ein bisschen reduziert an der Stelle, Thema Fitness und so weiter. Da gibt es ein paar Implikationen und das ist recht schlau. 

David [00:25:32] Und, also ich esse jetzt keinen Braten vor der Show, weil das dann gefühlt ein bisschen zu schwer im Magen liegt. Aber ich mache mir da gar nicht so viele Regeln. Ich krieg das Essen meistens vor der Show und esse ein bisschen vorher, wenn ich Hunger habe, in der Pause oder manchmal nachher. Und ich weiß jetzt, ich habe da auch keine Regeln. Ich mache halt irgendwie wie ich halt hungrig bin. Und was ganz abgefahren ist: Du bist todmüde vor der Show. Jeder auftretende Künstler ist todmüde, weil der Körper runterfährt, weil er weiß, in zwei Stunden ziehen wir in den Krieg. Das ist total abgefahren.

Till [00:26:10] Kann ich nachvollziehen.

David [00:26:11] Und die Tatsache war mir lange gar nicht so klar. Ich trinke auch gerne abends noch Kaffee und dann habe ich mir gedacht: Dein Körper fährt extra runter, du Idiot, und du haust dir jetzt abends noch Kaffee rein. Man muss das auch irgendwie zulassen, müde zu sein. Damit komm ich irgendwie gut klar. 

Till [00:26:32] Also aus der anderen Ecke betrachtet. Gerade vor Wettkämpfen oder so weiter, ist es häufig so, dass man eine sehr starke Aktivierung hat, dass man total zappelig wird und das Gefühl hat, man müsste sich runterfahren. Das Prinzip ist aber auch das gleiche. Man weiß, gleich geht’s los und der Körper macht nichts anderes, als dich darauf vorzubereiten, maximal leistungsfähig zu sein. Und genau das Gleiche passiert in dem Fall eben auch. Und ich glaube, das ist auch so eine Sache, die man dann wirklich zulassen muss. Weil immer, wenn man künstlich versucht zu viel dran rum zu pushen von außen, dann ist das Ergebnis in der Regel nicht besonders berauschend. Das gilt natürlich genauso für Bewerbungsgespräche oder wichtige Gespräche im Job. Ja, es ist sicherlich nicht anders, dass man da im Vorfeld dann merkt: Okay, irgendwie fühle ich mich nicht so, wie ich denke, dass ich mich fühlen müsste.

David [00:27:19] Das ist auch die Brücke, da komme ich wieder auf mein Fahrrad zurück. Wenn du vor der Show müde bist, dann kannst du halt wo hingefahren werden, dann lehnst du dich zurück. Und wenn ich halt todmüde vor der Show bin und dann kommt die Bahn nicht und du stehst im Regen, das ist ätzend. 

Till [00:27:36] Also die Situation kennst du auch? Es klang gerade so ein bisschen paradiesisch. Dass du alles geregelt hast und es läuft.

David [00:27:44] Das ist jetzt für die nächsten drei Tage. Aber ich wollte noch sagen, die größte Challenge ist vielleicht auch einfach on time zu sein. Bei mir ist meistens 18 Uhr Get-in, Soundcheck, 19 Uhr ist Einlass, 20 Uhr Show. Das ist immer so. Um 20 Uhr geht die Show auch los, nicht fünf nach, sondern 20 Uhr. Weil es gibt keinen Grund zu warten. Wir warten noch fünf Minuten, weil ausverkauft ist, alle sind da, und los. Und das finde ich auch cool, dass man sich so darauf verlassen kann und dass die Location das auch macht. Und wenn ich zu spät komme, ich um viertel nach sechs da bin, ich kotze einfach. Ich hasse das ohne Ende. Es schiebt sich zwar nicht alles nach hinten, mein Soundcheck dauert nicht so lang, aber ich mag das nicht, wenn es so stressig ist. Ich will, dass das alles entspannter läuft. 

Till [00:28:35] Ist gut, weil im Endeffekt ist das ja wieder das gleiche Motiv, was wir vorhin schon hatten. Gute Planung ist die Mutter von einem entspannten Leben. 

David [00:28:48] So sieht es aus. Sind die Kartoffeln eigentlich fertig?

Till [00:28:53] Die Kartoffeln hab ich schon ausgestellt. 

Till [00:29:07] Kommen wir zu etwas völlig anderem. Du hast schon gesagt, dass du beim Training schwer an deine Grenzen gehen kannst. Ich habe mir trotzdem diese tolle Frage notiert und ich glaube, die ist auch besonders wichtig. Du trainierst ja regelmäßig. Welchen Stellenwert hat das Training für dich? Welchen Zweck erfüllt es für dich? 

David [00:29:35] Ich weiß nicht genau, wie ich Stellenwert beantworten soll. Also schon hoch, hoch oder niedrig kann man sagen, oder? 

Till [00:29:41] Das wäre bei einem dreistufigen System hoch mittel niedrig. 

David [00:29:47] Also ich bin ja jemand… Weißt du, ich habe keine Familie, keine Kinder und ich habe eigentlich überschaubar viele Termine. Wenn ich jetzt schon nicht hinkriegen würde, zu trainieren, wie soll das denn sein, wenn ich ein Kind habe, wo alle sagen, das Leben sei so krass verändert und du schläfst nicht mehr. Jetzt gibt es gar keine Ausreden, nicht zu trainieren. Es hat schon einen hohen Stellenwert, aber – also ich versuche schon irgendwie zweimal die Woche zu trainieren, aber manchmal ist auch was, dann geht es auch nicht. Aber ich möchte es gerne schaffen. 

Till [00:30:32] Also du hast den Anspruch an dich das zu schaffen, weil du es auch ein bisschen als eine Notwendigkeit ansiehst. Wir hatten schon das Thema: Bis ins hohe Alter fit sein, ist dir ein wichtiges Anliegen. 

David [00:30:41] Genau, das Hauptding ist auf jeden Fall das langfristige Ziel. Dass man einfach nicht aufhört, zu trainieren. Wer rastet, der rostet, habe ich mal gehört. Und da glaube ich auch dran. Und das muss halt irgendwie so in einem Alltag drin sein. Dass man sich die Frage gar nicht mehr stellt oder sich selber auch nicht motivieren muss. Und ich mag es auch irgendwie immer kleine Schritte zu machen. Die Trainingspläne, die ich von dir kriege, da entscheide ich mich immer dafür. Jedes Mal.

Till [00:31:12] Weil die unglaublich gut sind.

David [00:31:13] oder zu leicht. Nein, haha. Das klappt eigentlich immer, man denkt, man kommt an seine Grenzen. Ich habe ja nur manchmal Probleme, weil ich die Fitnessstudios immer wechsel oder mal in Köln bin und woanders trainiere. Dann ist da die Hantelabstufung anders. Manche haben 17,5, andere haben 18. 

Till [00:31:32] Ja, da gibt es sehr viele Kleinigkeiten, die einem ein gutes Training verhageln können. 

David [00:31:36] Und ansonsten finde ich es natürlich auch gut, wenn ein T-Shirt gut sitzt und da nicht irgendwie Bauch rauskommt. Also ich finde, wenn man auf der Bühne steht, ist es schon irgendwie angenehm, wenn du auch gesund aussiehst. 

Till [00:31:49] Ich glaube, für den Zuschauer auch. 

David [00:31:51] Ja, ich meine, es gibt auch mega lustige Comedians, die ein bisschen ungesünder aussehen. Es ist eigentlich egal. Du kannst ja über alle, mit allem Witze machen, aber irgendwie möchte ich gesund sein. 

Till [00:32:04] Also ich finde auch diesen Ansatz ganz cool, dass man irgendwie das Gefühl hat, mehr mit jemandem zu lachen oder von jemandem zum Lachen inspiriert zu werden, als über jemanden zu lachen. Also es gibt Comedians, die leben davon, dass sie ulkig aussehen. 

David [00:32:22] Es gibt auch Comedians, die ungesund sind und thematisieren das nicht.

Till [00:32:26] Das gibt es auch, definitiv. Also es ist ein breites, breites Spektrum. Aber mal darauf angesprochen, jetzt ganz anonymisiert, ohne irgendwelche Namen zu nennen. Welche ungesunden oder schlechten Verhaltensweisen sind so in der Branche generell verbreitet? 

David [00:32:43] Also es gibt so ein paar Leute, die halt immer Bier trinken vor der Show, nach der Show, …

Till [00:32:50] Bleibt es dann bei Bier? 

David [00:32:53] Also es gibt einen Kollegen, da kann ich auch einen Namen nennen. Das ist egal, weil er es selber erzählt. Oder nein, ich lass den Namen weg. Der hat immer ein Bier und einen Schnaps und trinkt gerne einen. Und er macht sich das Bier in die Hände und dann in die Haare. Und er sieht einfach mega ungesund aus und ist mega lustig und wird immer dicker. Und der ist glücklich, der ist wirklich ein glücklicher Mensch. Er sieht ganz ungesund aus, aber er ist einfach glücklich. Und diese Leute gibt es. Dann gibt es zum Beispiel Shows, die starten erst um 24 Uhr – Mitternachtsshows, in Hamburg ist zum Beispiel eine. Und da ist das Publikum oft auch angetrunken und kommt von der Reeperbahn. Und da wird auch oft gebechert. Aber ich hatte ein einziges Mal einen Veranstalter, der wollte, er hat mich quasi gezwungen, mit ihm Schnaps zu trinken vor der Show. Dann hab ich gesagt: „Nein, ich will das nicht. Ich hab da keinen Bock drauf.“ Ich will nicht unter Alkohol funktioniert haben und dann irgendwie den Wunsch haben „Oh, das muss wieder so sein wie damals, als ich voll war.“ Weil das war eine unglaubliche Show, will ich gar nicht ausprobieren. Und viel ist halt auch Fastfood, wenn es kleine Shows sind, aber ich muss auch nicht unbedingt vor der Show essen, wenn ich mal nichts esse, ist das auch okay. Ich habe mal von so einer Diät gehört, wo die Leute 16 Stunden lang nichts essen oder so. Das geht ja auch. 

Till [00:34:33] Es gibt verschiedene Ansätze, ja. Das ist die Intermittent Fasting Nummer. Hat Vor- aber auch Nachteile. 

David [00:34:39] Da kenne ich mich nicht aus. Aber ich hab da keine Angst vor nichts zu essen. 

Till [00:34:43] Nein, das ist auch eine recht unbegründete Angst. Davor Angst zu haben in einer Gesellschaft, in der man 60 Prozent Übergewichtige hat. Da ist das, glaube ich, eher das geringere Übel. Ich glaube, Magersüchtige liegen bei unter einem Prozent. Insofern wird da die Gewichtung, glaube ich, manchmal medial ein bisschen verschoben. Und da heißt es, man stürzt Leute schnell in die Magersucht, wobei das wirklich eine krankhafte Geschichte ist. Magersucht wird ein bisschen bagatellisiert. Und alles, was mit niedrigem Gewicht unabhängig von Magersucht einhergeht, ist nicht gefährlich, wenn es nicht ein gewisses Maß erreicht. Und ich glaube, da bist du weit von entfernt. Also nicht, dass du jetzt irgendwie zu viel Gewicht hättest, sondern ich glaube, du bist ziemlich gut im Bereich. Und insofern braucht man da in so einem Moment sicherlich keine Angst haben, es sei denn, es droht der totale Energieverlust und man wird dann total matschig im Kopf. Das wär für dich auf der Bühne natürlich auch nicht gerade smart. 

David [00:35:44] Ich hatte auch noch nie wirklich Gewichtsprobleme. Ich kenne das eigentlich nicht. Ich war mal dünner, war unfitter. 

Till [00:35:52] Da gibt es ja ganz interessante Ideen bzw. Untersuchungen zu. Also es ist wohl so, dass es ein gewisses Maß an Hunger gibt, was man empfindet und das ist von Person zu Person unterschiedlich. Ich habe das letzte Mal im Podcast schon erklärt, dass es jetzt keine großen Unterschiede in dem Energieverbrauch gibt, der lässt sich relativ gut berechnen. Da geht es darum, wie viel Muskulatur hast du am Körper, wie viel wiegst du? Welches Geschlecht hast du? Da gibt es ein paar Faktoren, die darauf Einfluss haben. Aber da gibt es keine starken Abweichungen. Wo es hingegen relativ starke Abweichungen gibt, ist bei dem Empfinden von Hunger. Sprich, wenn du jetzt eine Person bist, die dazu neigt, mehr Hunger zu haben, als der Körper Energie braucht, dann hast du natürlich ein größeres Problem, als wenn du andersrum gepolt bist und dann sagst: „Boah, ich kann essen, so viel ich will, ich nehme einfach nicht zu.“ Was einfach daran liegt, dass du relativ schnell satt bist. Und dann ist es natürlich gerade für die Leute, die dazu neigen, schneller zuzunehmen, immens wichtig, dass sie sich qualitativ hochwertig ernähren, mit sehr viel Gemüse und natürlichen frischen Zutaten. 

David [00:37:02] Ich würde auch gerne öfter mal was kochen und dann mit auf Reisen nehmen. Das habe ich vielleicht ein einziges Mal gemacht, in zehn Jahren.

Till [00:37:09] ist eine gute Strategie. Aber ich sage mal, wenn man jetzt die Option hat, wie du sie hast, dass du dem Veranstalter sagen kannst „Sowas esse ich gerne“, ich glaube, da wird sich keiner lumpen lassen und dann sein eigenes Essen mitbringen. Wenn du da jemanden hast, der dir was besorgt oder was kocht. 

David [00:37:22] Ich meine eher so auf Reisen. 

Till [00:37:25] Also generell Vorkochen ist auf jeden Fall eine sehr gute Eigenschaft. Und selbst Kochen ist glaube ich auch der Faktor, der am meisten dazu beiträgt, dass man ein Bewusstsein für das Essen bekommt. Also selber aus frischen Zutaten zu kochen ist, glaube, ich für ganz viele der Gamechanger – der richtige Gamechanger, nicht der verfilmte Gamechanger (The Game Changers). 

David [00:37:47] Was hältst du von The Game Changers?

Till [00:37:50] Also es ist ein Propagandafilm, weitestgehend. Also viele Sachen, die dort als Fakten präsentiert werden, sind keine Fakten. Bei mir ist es so: Ich habe grundsätzlich ein Problem mit Dogmatismen. Der Film ist in weitesten Teilen dogmatisch und sehr stark mit einem Confirmation Bias belegt. Sprich, wer auch immer diesen Film gemacht hat, hatte ein blindes Auge auf einer Seite. Confirmation Bias ist so ein psychologischer Aspekt. Wenn du nur die Argumente für deine eigene Seite hörst und nie die Argumente der Gegenseite. In der Wissenschaftstheorie ist es so, dass man immer nach Gegenargumenten zu einer These suchen sollte und nicht nach Argumenten, die eine These unterstützen, weil sonst unterliegst du ganz schnell diesem Confirmation Bias. Dass du eben alles ausblendest, was deine Thesen nicht bestätigt und nur Bestätigung für deine These suchst. Das ist ein ganz großer Kritikpunkt von mir an dieser Studie. Und der andere ist, dass eben Dinge als Fakten verkauft werden, die keine sind. Das fängt an mit der Grundannahme von den Gladiatoren. Da gibt es schon einige sehr gute Texte und Podcasts, die da über das Thema gemacht wurden. Ich denke, ich muss das jetzt nicht auch noch auseinander pflücken. 

David [00:39:07] Ich würde auch nur die Kurzfassung hören.

Till [00:39:09] Die Kurzfassung ist… Wie so viele andere Sachen: Also, wenn die Milchschnitte in der Werbung sagt „mit allem Guten aus der Milch“, dann ist es genauso eine Propaganda wie wenn man etwas grundsätzlich hochjubelt, weil Ernährung ist sehr individuell und da muss man schon ein bisschen genauer hingucken, als einfach nur eine Sache zu verteufeln. Und das hat auch noch ganz viel weitere Implikationen. Reden wir auch noch über ökologische Faktoren, die da ganz entscheidend wichtig sind. Und wie gesagt: Riesenthema, viel zu groß für diesen Podcast. Ich bin kein Dogmatiker, was Ernährung angeht, was aber auch genauso gut heißt: Ich bin weder pro noch contra vegan. Ich bin weder Pro noch contra karnivorer Diät, sondern ich gucke mir die Sachen an und schaue was bringen sie mit sich? Und jeder, der vernünftig eine vegane Diät und vegane Lebensweise durchsetzen kann, kriegt von mir einen Daumen hoch. Weil es viele positive Seiteneffekte hat. Aber ich sage mal, für den Durchschnittsmenschen ist es wahrscheinlich schlauer, sich eine gemischte Ernährungsweise anzutun. Ja, das war jetzt der kurze aber heftige Ernährungsteil hier drin. Gut, du hast jetzt schon ein paar Sachen, die ich noch auf meiner Liste habe, einfach mal nebenbei abgerissen. Fuchs. Fuchs war übrigens sein alter Bühnenname. Weiß fast keiner. 

David [00:40:45] Nein, nur Spitzname im Privaten, auf der Bühne nicht.

Till [00:40:47] Du hast dich David Fuchs genannt beim ersten Auftritt wo ich von dir war. Da bin ich mir ganz sicher. Ich habe hier noch eine Frage, die ist schon fast Abschluss-mäßig. Wenn du ein Jahr Zeit geschenkt bekämst. Ein Jahr Zeit, du hast keine Verpflichtungen, nichts. Was würdest du mit diesem Jahr machen? Wenn es ein bisschen mehr oder ein bisschen weniger als ein Jahr ist, ist auch okay. 

David [00:41:28] Alles ist egal heißt das im Grunde, oder?

Till [00:41:34] Ja, keine Verpflichtungen, keine Beschränkungen. 

David [00:41:39] Schwer zu sagen.

Till [00:41:42] Also eigentlich ist es so ein bisschen die Frage nach dem alternativen Leben, glaube ich. Was würdest du machen, wenn du jetzt kein Comedian wärst, sondern wenn du ein Jahr Zeit hättest, um irgendwas anderes zu machen. 

David [00:41:52] Das heißt nicht, dass ich dann Geld habe. Ich habe nur Zeit, oder? Ich würde nicht so viel anders machen. Weil jetzt wäre kein guter Moment, eine Pause zu machen. 

Till [00:42:04] Okay, also, wenn du eine Pause in einem Paralleluniversum hättest. Was würde ein nicht bühnenaffiner David Kebekus da machen?

David [00:42:12] Mir einen Van kaufen. Ein bisschen Geld habe ich. Ich muss ja erst ein Jahr später Steuern zahlen, oder? 

Till [00:42:22] Finde ich gut. Okay, ich mache mal so ein kleines Round up von dem, was wir hier gesammelt haben. 

David [00:42:30] Du machst jetzt eine Zusammenfassung? 

Till [00:42:31] Ja, so aus dem Stegreif. Jetzt nicht furchtbar sophisticated, sondern mir geht es ja so ein bisschen darum, dass ich dich hier als Person vorstelle, die viel unterwegs ist, die einen Job hat, in dem viele Leute dazu neigen, sich ein bisschen gehen zu lassen, zu trinken, zu fressen und so weiter und so fort. Und du stehst so ein bisschen raus, muss man tatsächlich sagen. Ich will dich jetzt gar nicht auf ein Podest stellen oder so. Wenn du auf der Bühne stehst, dann sieht man: Okay, der Typ ist sportlich und ernährt sich auch nicht so verdammt schlecht. Und insofern glaube ich, als die Sache, die dir am meisten hilft, dass du dir dieses Fernziel gesteckt hast und sagst: Okay, pass auf, ich will nicht nur ein paar Jahre Hallodri machen, sondern auch in ferner Zukunft noch fit und gesund sein. Und das bedeutet, dass ich regelmäßig Sport treiben muss und dass ich bei der Ernährung ein bisschen auf mich achte. Und solche Sachen wie die, die auf der Bühne sehr leicht fallen… Hier mal einen Schnaps, da mal ein Bier. Da versuche ich mich irgendwie weitestgehend einzuschränken. Und dass du das schaffst. Das hat unter anderem damit zu tun, dass du dir versuchst, eine Woche zu strukturieren und möglichst viel vorauszuplanen und möglichst konkret voraus zu planen. Damit es eben nicht so viele Zufälle gibt und nicht so viele Sachen, bei denen man in einer spontanen Situation vielleicht dann einknicken würde. Und ich glaube, das ist eine ganz coole Botschaft, finde ich. Für viele Leute, die viel unterwegs sind und sich fragen: Wie soll ich das denn machen? Am Anfang kostet es ein bisschen Zeit, sich einen Plan zu erarbeiten, wie man dann handeln möchte und wie man seine Woche strukturiert. Und wenn man das aber einmal geschafft hat und da so eine Methode für sich entwickelt hat und vor allem Routinen entwickelt hat, dann geht das. Du hast gesagt, am besten finde ich das beim Sport, wenn ich gar nicht mehr darüber nachdenke, sondern einfach hingehe und mache, einfach, weil ich das so gewohnt bin. Und solche Gewohnheiten entwickeln und Routinen entwickeln ist glaube ich ein Punkt, der es einem langfristig extrem leicht macht, irgendwie sein Niveau zu halten oder sogar zu verbessern, weil man einfach unhinterfragt Dinge tut. Im Endeffekt hat jeder 24 Stunden Zeit am Tag. Es gibt keinen, der weniger oder mehr Zeit pro Tag hat. Und das heißt, man muss diese Stunden, die man hat, irgendwie durchplanen und dann Dinge priorisieren, damit man eine vernünftige Abfolge hat. Das wäre mein Fazit von dir. Das habe ich auch so herausgehört heute. Ich hätte mich auch gefreut, wenn wir den Jan auch hier gehabt hätten. Der hat natürlich noch ein paar andere Sachen. Er hat noch Familie, Hund, …

David [00:45:24] … Bier, Zucker…

Zusammenfassung und Ausblick auf die nächste Folge

Till [00:45:26] … Bier und Zucker vielleicht auch, genau. Und das wäre sicherlich auch mal spannend, mit ihm das Gespräch zu führen. Aber so erstmal sehr herzlichen Dank, dass du mein Gast gewesen bist. Wir sind ja hier über Anchor.fm unterwegs und das heißt, wer die Anchor.fm App hat, oder sich angemeldet hat bei Anchor.fm, der kann hier ein Shout-in machen, kann so eine Minute lang hier quatschen und dem David eventuell mal ein Shout-out geben oder irgendwas zu unserer Episode heute rein labern. Das können wir dann gegebenenfalls sogar auch in der nächsten Episode mit dranhängen. Also wenn ihr euch hier mal hören wollt als Text, Personen, wie auch immer, ein kleines Feature kriegen wollt, dann macht das doch mal, schickt uns ein kleines Shout-in oder schickt uns ein paar Kommentare und ansonsten freue ich mich schon euch nächste Woche wieder zu grüßen. Das nächste Thema wird Dunning Kruger, der Confirmation Bias, so ganz grob. 

David [00:46:28] Allright. Ich werde mal reinklicken. 

Till [00:46:31] Mach das mal. Ja und ansonsten sag du noch mal kurz deine nächsten Tour Stopps wann du wo bist. Ich glaube, wir senden ein bisschen zeitversetzt. Deshalb fangen wir so Ende Februar vielleicht an. Solange er noch seine Termine raussucht, kann ich euch nur nochmal wärmstens ans Herz legen, euch mal „Lass hör’n“ hereinzuziehen. Von David Kebekus und Jan van Weyde. Inzwischen eine fette Fanbase. Ich glaube, ihr habt auch schon live Podcast gemacht, richtig? 

David [00:47:01] Nein, noch nicht. Aber kommt. Ich hab die Termine jetzt auch.

Till [00:47:08] Okay, Tourtermine:

David [00:47:08] 27. Februar Mönchengladbach, 28. Februar Düsseldorf Savoy Theater, 4. März Solo Wuppertal, 5. März Zirndorf, 6. März Moosbach, 17. März Reine. Oh und hier, ganz wichtig 11. März Leipzig, 12. März Fulda, 13. März Erfurt, 14. März Dresden. 

Till [00:47:33] Ihr seht schon, viel beschäftigter Mann. Zieht euch das Programm rein. Ich habe es schon mehrfach gesehen und ich habe jedes Mal Tränen gelacht. Also insofern ist es absolut wert, sich das mal hereinzuziehen von diesem sehr, sehr sympathischen jungen Mann. Dann verabschiede ich mich für heute und wir hören uns beim nächsten Mal. Ciao, David!

David [00:47:59] Adiós! 

Anmerkung der Redaktion: Der Wortlaut wurde stellenweise angepasst, um Versprecher und andere irrelevante Passagen zu entfernen.

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