Plastik und Lebensmittel - Von Mikroplastik bis Verpackungsmüll

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Das erwartet dich in diesem Artikel:

  • Wo entsteht am meisten Plastikmüll?
  • Wie kann ich im Alltag Plastikmüll vermeiden?
  • Wieso ist Plastikmüll so schädlich?
  • Mircoplastik und die gesundheitlichen Gefahren für deinen Körper!

Was ist Plastik überhaupt?

Plastik wird umgangssprachlich für das Wort Kunststoff verwendet.

Bei Kunststoffen handelt es sich um Stoffe, die in ihrer Beschaffenheit so nicht in der Natur vorkommen. Sie werden auf künstliche Art und Weise hergestellt.

Am häufigsten wird Erdöl als Rohstoffquelle für Kunststoffe eingesetzt.

Kunststoffe haben oft wichtige technische Eigenschaften, die sie für die Industrie so attraktiv machen:

  • Formbarkeit
  • Elastizität
  • Härte
  • Haltbarkeit
  • Sehr günstig herstellbar

Plastik (=Kunststoff) sind Stoffe, die in der Natur so nicht vorkommen.

Das Kunststoff-Zeitalter - Plastik ist überall

Ob im Supermarkt, Zuhause, im Auto oder auf der Straße – Plastik ist heutzutage ein ständiger Begleiter. Oftmals merken wir schon gar nicht mehr, wie viel Plastik tatsächlich im Umlauf ist. Um nur ein paar Beispiele zu nennen:

  • Lebensmittel: Obst oder Gemüse, Back- und Süßwaren, Fleisch- und Wurstprodukte oder Milchprodukte – beinahe alles ist in Plastik verpackt.
  • Kosmetikartikel oder unsere Kleidung: Sie sind voll mit Kunststoffen. Viele Peelings, Zahnpasten und Cremes enthalten Plastikkügelchen.
  • Alltagsgegenstände: Hausmittel wie Besteckgriffe, Mülltüten, Trinkflaschen, Smartphone Hüllen oder die Computermaus

Die größten Ursachen von Plastikmüll sind:

  1. Abrieb von Fahrzeugreifen
  2. Verwehungen von Kunstrasenplätzen
  3. Fischernetze (Geisternetze)
  4. Verpackungen, Tüten
  5. “Einmalprodukte”
  6. Zigarettenstummel
  7. Kosmetik & Waschprodukte

Lebensmittel-Verpackungen aus Plastik

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Die Lebensmittelindustrie in Deutschland beinhaltet einen großen Teil an Plastik.

Im Zuge der Globalisierung kommen die Produkte, die wir im Supermarkt kaufen können aus allen Teilen dieser Erde. Um zu gewährleisten, dass diese Produkte die langen Transportwege überstehen und anschließend noch tage- bzw. wochenlang im Supermarkt angeboten werden können, braucht es künstliche Hilfe:

Die Produkte werden mithilfe von Plastik-/Kunststoffverpackungen und Chemikalien haltbarer gemacht.

Die Industrie rechtfertigt die hohe Plastikproduktion mit der von den Verbrauchern geforderten Lebensmittelsicherheit.
Der Verbraucher fordert keimfreie, ästhetische und lang haltbare Lebensmittel. Plastik ist dafür die günstigste Lösung.

Plastikverpackungen halten Lebensmittel länger frisch und schützen sie vor Keimen.

Plastik-Hacks für den Alltag - Das kannst du tun

Säuberungen und Gesetze sind zwar hilfreich, jedoch liegt es vor allem in unserer Hand, dass wir den Planeten nicht weiter mit Plastik verschmutzen.

Um den Plastikverbrauch zu minimieren spielen die drei “R” eine große Rolle

  1. Reuse (engl. „wiederverwenden“) → Verwende Behälter mehrfach. Auch bereits gekaufte Plastiktüten, -behälter etc. können mehrfach verwendet werden.
  2. Reduce (engl. „reduzieren“) → Kaufe weniger Plastiktüten und Artikel, die in Plastik verpackt sind oder Plastik enthalten
  3. Recycle (engl. „wiederverwerten“) → Sorge für fachgerechte Entsorgung des Plastiks, sodass kein Plastik in die Umwelt gelangt. In Deutschland sind hierfür die gelben Tonnen vorgesehen.

Um dafür zu sorgen, dass das Plastik nach und nach aus unserem Alltag verschwindet gibt es einige kleine Tipps und Tricks, die einen großen Unterschied machen:

PlastikAlternative/ Tipps & Tricks
WasserflaschenIn Deutschland kann Leitungswasser getrunken werden. Wer doch lieber Sprudelwasser trinkt kann auf Glasflaschen oder Wassersprudler zurückgreifen.
Obst- und GemüseverpackungenMittlerweile bietet fast jeder Supermarkt auch unverpacktes Obst und Gemüse, sowie wiederverwendbare Netzte an.
LebensmittelverpackungenUnverpackt-Läden bieten jegliche Lebensmittel unverpackt an, von welchen man sich die gewünschte Menge in selbst mitgebrachte Behälter abfüllen kann.
PlastiktütenAnstatt bei jedem Einkauf eine neue Plastiktüte mitzunehmen, kann man z.B. einen Jutebeutel nutzen, der immer wieder verwendbar ist. Wichtig: Papiertüten sind genauso wenig nachhaltig wie Plastiktüten!
To Go-BecherSo gut wie alle Cafés befüllen auch deinen eigenen Thermobecher. Meistens gibt es sogar noch Rabatt!
VersandverpackungenBestellt man Sachen im Internet, sind diese oft dreifach oder vierfach in Plastik verpackt. Wenn möglich, also lieber im Laden kaufen.
MikroplastikMikroplastik befindet sich in vielen verschiedenen Produkten, von Kosmetik bis Nahrung. Es gibt verschiedene Apps mit Barcodescanner, die dich vor Mikroplastik warnen.
TupperwareAuch wenn Tupperware schon ein Schritt in die richtige Richtung sind und definitiv besser als Einwegplastik (!) bestehen sie im Endeffekt immer noch aus Plastik. Wer es also 100% richtig machen möchte, nutzt Glas- oder Metallgefäße.
EinwegprodukteRasierer, Plastikbesteck und Co. – Alles alltägliche Dinge, die nach einmal Nutzen weggeschmissen werden. Investiert man zu Beginn ein wenig mehr Geld, gibt es viele Produkte, die länger haltbar sind und weniger Plastikmüll produzieren.

(Tipp: Viel Verpackungsmüll entsteht z.B. auch in der Mittagspause, wenn man sich Fertigprodukte im Supermarkt kauft. Wir zeigen dir eine bessere und gesündere Alternative: Meal Prep! Erfahre hier alles, was du wissen musst.)


Gesundheitliche Auswirkungen des Plastikmülls

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Durchschnittlich nehmen wir laut einer Studie des WWF 5g Mikroplastik pro Woche über die Nahrung zu uns. Das entspricht circa dem Gewicht einer Kreditkarte. Natürlich ist das nur eine auf den Durchschnitt hochgerechnete Angabe, jedoch sollte uns diese Zahl zu denken geben. Schließlich sind wir diejenigen, die dafür verantwortlich sind.

Hauptaufnahmequelle von Mikroplastik ist Wasser. Aber auch über die Luft atmen wir in Form von Staub viel Mikroplastik ein, was so in unseren Körper gelangt.

Bisher gibt es kaum Langzeitstudien darüber, was das Mikroplastik im menschlichen Körper anrichtet. Aufgrund dessen, dass Mikroplastik sich gerne mit Giftstoffen in Verbindung setzt wird jedoch davon ausgegangen, dass so unter anderem Giftstoffe einfacher in den menschlichen Körper gelangen. Dort können sie in den körpereigenen Systemen, wie z.B. der Verdauung, großen Schaden anrichten.

(Tipp: Finde hier heraus, wie die Verdauung funktioniert und wie Mikroplastik sie schädigen kann)

„Durchschnittlich nehmen wir 5g Mikroplastik pro Woche über die Nahrung zu uns.“

– WWF Studie


Kunststoffe/Plastik in der Umwelt

plastik umwelt

Es gelangen jährlich rund 10 Millionen Tonnen Müll in die Ozeane. Bei knapp 75% davon handelt es sich um Plastik.

Ist Plastik abbaubar?

Im Gegensatz zu “natürlichen” Substanzen, welche recht schnell biologisch abbaubar sind, dauert die Zersetzung des Kunststoffes sehr lange:

Plastikflasche = 450 Jahre
Plastiktüte = 10-20 Jahre
Zigarettenstummel = 1-5 Jahre

Die größeren Plastikteile werden im Meer durch das Salzwasser, durch die Sonne, Wellenbewegungen und Abrieb ebenfalls nach und nach zu Mikroplastik zersetzt.

Plastikinseln im Meer

Rund 20% des Plastiks geraten über Boote direkt ins Meer. Hierbei handelt es sich um Fischernetze (machen 30-50% des Plastiks im Meer aus), illegal entsorgten Müll oder Kunststoff, welcher von den Booten ins Meer geweht wird. 

Die restlichen 80% gelangen über den Landweg ins Meer.

  • Flüsse (10 Flüsse weltweit machen 90% des Plastikmülls aus) 
  • Unbefestigte Mülldeponien (Verwehungen etc.) 
  • Unachtsamkeit (weggeworfener Plastikmüll)
  • Kosmetikprodukte und Textil Stücke vom Waschen

Insgesamt befinden sich zurzeit rund 140 Millionen Tonnen Plastik in den Meeren und Ozeanen dieser Erde. 

Im Jahr 2050 könnte mehr Plastik, als Fische im Meer schwimmen


Bisherige Lösungsansätze

Die Industrie ist zu einem Umdenken verpflichtet. Zwar ist der Plastikmarkt einer der Umsatzstärksten der Welt, jedoch gleichzeitig mit der Schädlichste.

Lösungsansätze sind:

  • Nachhaltigere Verpackungen, welche besser recycelt werden können
  • Hauptgrund für Plastik ist laut Aussagen großer Unternehmen die Lebensmittelsicherheit. Es müssen Wege gefunden werden, um Lebensmittel auf natürlichere Art und Weise sicherer zu machen. Manche Produzenten setzen bereits auf kompostierbare bzw. wiederverwendbare Verpackungen.

(Tipp: Nicht nur Verpackungen sind schädlich für die Umwelt, auch die Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem! Wir zeigen dir hier, wie du Lebensmittelverschwendung vermeiden kannst!)


Zusammenfassung

Wer nun tatsächlich Schuld am Ausmaß der Plastik Belastung hat, das kann kaum festgestellt werden. Heutzutage gibt es kaum noch Lebensmittel im Supermarkt, welche nicht mit Hilfe von Plastik konserviert, geschützt oder sicherer gemacht werden.

Andererseits fordert der Verbraucher auch durchgehend frische und gleichzeitig lange haltbare Lebensmittel, welche günstig gekauft werden können. Diese Forderungen erfüllen Plastikverpackungen.

Es ist also eine Frage von Angebot und Nachfrage. Auch die Politik darf hier nicht aus der Schuldfrage ausgeschlossen werden. Die Industrie kann immer nur soweit handeln, wie es Gesetze und Richtlinien zulassen.

Die Plastikherstellung und der Verbrauch sind geradezu explodiert. Die Infrastruktur des Müll- bzw. Recyclingsystems reicht nicht aus, wodurch ein Großteil des Plastikmülls illegal in Flüssen und Meeren entsorgt wird.

Klar ist jedoch, dass für die eigene körperliche Gesundheit und den Zustand von Flora und Fauna auf diesem Planeten eine starke Reduktion des Plastikkonsums für jeden Haushalt Sinn ergibt.


Quellen

https://www.bmu-kids.de/wissen/boden-und-wasser/wasser/meeresumweltschutz/plastikmuell-im-meer/

https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/meere/muellkippe-meer/muellkippemeer.html

https://www.faz.net/aktuell/generation-plastik/geschichte-der-plastiks-wann-wurde-kunststoff-entdeckt-15761089.html

https://biooekonomie.de/studie-2017-plastikproduktion-und-verbrauch-weltweit


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