Upfit Podcast #5: Triff bessere Entscheidungen mit Ockhams Rasiermesser Prinzip

Wie kann dir Ockhams Rasiermesser Prinzip aus den düsteren Untiefen des Mittelalters, auch bekannt als Sparsamkeitsprinzip, dabei helfen in Zukunft bessere Entscheidungen zu treffen? In Upfit Podcast #5 erhältst du ein imaginäres Werkzeug zur Hand, dass dir zukünftig dabei hilft schnelle Entscheidungen besser an deine Langzeitziele auszurichten. Sei es beim Lebensmittel Einkauf, auf dem Weg zum Wunschgewicht oder bei der Frage ob die nächste Netflix Folge wirklich noch sein muss oder besser nicht. Nutze Ockhams Rasiermesser weise um deine Ziele und einen gesunden Fitness Lifestyle auf das nächste Level zu bringen.

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Transkript zum Podcast

Intro

[00:00:00] Herzlich willkommen zum Podcast von Upfit, deinem Ernährungscoach für die Hosentasche, der gesunde Ernährung leicht macht. 100 Prozent individuelle Ernährungspläne für dein persönliches Ziel per Smartphone App. Tausende haben bereits ihre Erfolgsgeschichte mit Upfit geschrieben. Auch Top-Athleten und Ernährungsberater vertrauen auf unser Know-how. Warum das so ist? Schau es dir am besten selbst an unter www.upfit.de. Und jetzt geht es los mit dem Podcast.

Einleitung: Die Scholastiker und Wilhelm von Ockham

[00:00:30] Hallo und herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer zu einer neuen Folge von dem Upfit Podcast. Ich werde euch heute etwas über Ockhams Rasiermesser Prinzip berichten und darüber, wie es euch helfen kann, bessere Lebensentscheidungen zu treffen, und zwar vor allem in allen Bereichen, die mit dem Thema Ernährung, Lifestyle und ja, so ziemlich allem, was mit der Gesundheit zusammenhängt, zu tun hat. Erst mal erkläre ich euch, was denn überhaupt Ockhams Rasiermesser Prinzip ist und wer dieser Ockham überhaupt gewesen ist. Damit fang ich auch direkt mal an. Wilhelm von Ockham heißt der gute Mann und es war ein englischer Forscher, würde ich jetzt heutzutage mal sagen. Er gehörte zur Schule der Scholastik. Also dementsprechend sind wir hier im rauen Mittelalter. Der Typ hat gelebt zwischen 1288 und 1347, ist also schon ein bisschen was älter. Diese Forschungsrichtung der Scholastik, die geht letztlich zurück bis auf Aristoteles und auf dessen logische Schriften. Und das ist nichts anderes als eine Möglichkeit, Fragen zu klären, indem man theoretische Abwägungen gegeneinander aufwiegt und damit letztendlich bestimmt, ob Prämissen richtig oder falsch sind. Also letztlich wird eine Behauptung aufgestellt, dann wird Pro und Kontra gegeben und am Ende wird über die Richtigkeit befunden. Das ist das, was die Scholastik so im Allgemeinen macht. Dieser Wilhelm von Ockham gehört zu den späten Scholastikern im Mittelalter und hat sich letztendlich so ein Prinzip ausgedacht, was dafür sorgen soll, dass man die richtigen Entscheidungen trifft. In dieser Hinsicht in Bezug auf etwas wahr ist etwas richtig oder nicht. Dieses Prinzip wird auch genannt Prinzip der Parsimonie oder das Sparsamkeitsprinzip.

Ockhams Rasiermesser

[00:02:24] Und wenn ihr schon hört, Sparsamkeitsprinzip, dann könnt ihr davon ausgehen, dass es hier etwas zu tun hat mit „weniger ist mehr.“ Und genau das ist im Endeffekt Ockhams Rasiermesser. Und zwar basiert es auf zwei einfachen Prinzipien dieses Ockhams Rasiermesser Prinzip, und zwar, wenn man mehrere plausible Erklärungen hat, dann sollte man stets die einfachste vorziehen. Das ist Regel Nummer 1. Regel Nummer 2 erklärt dann erst mal, was einfach ist. Einfach bedeutet in dem Zusammenhang möglichst wenige Variablen und Hypothesen, die in einer logischen Beziehung zueinander stehen und eine logische Erklärung ergeben. Das heißt, einfach ist nicht das, was man möglichst kurz formulieren kann, sondern einfach ist das, was relativ logisch in kurzen Schritten aufeinander folgt. Und am Ende des Tages ist es so, dass man bis heute letztendlich dieses Prinzip so in der Wissenschaft anwendet. Denn die nach Ockhams Rasiermesser Prinzip einfachen Thesen, das sind auch die Thesen, die am einfachsten falsifizierbar sind, weil sie eben nicht so verschachtelt sind und Dinge ineinander zusammenbringen, die irgendwie schwer nachvollziehbar sind. Und so arbeitet die Wissenschaft bis heute und das ist eine ziemlich kluge Idee, das so zu machen.

Praktische Anwendung des Prinzips

[00:03:43] Nehmen wir das Ganze mal irgendwie in die Praxis. Mal angenommen ich muss jetzt irgendwie eine Entscheidung treffen, eine ganz normale, alltägliche Entscheidung. Das könnte zum Beispiel sein, ich stehe im Supermarkt und stelle mir die Frage: „Sollte ich jetzt diesen Kasten Bier kaufen?“, und dann kann ich natürlich hingehen und mir eine sehr, sehr schöne, lange, komplizierte Antwort zurechtlegen, deren Antwort dann am Ende ist: „Ja, wäre vielleicht eine gute Idee, weil möglicherweise kommen am Wochenende Freunde zu Gast und die wollen dann vielleicht auch ein Bier trinken und das wär total blöd, wenn ich dann kein Bier da hätte, wie steh ich denn dann da und das wäre schlecht für meine sozialen Kontakte. Und das ist schon irgendwie deshalb ganz gut, wenn ich jetzt hier im Supermarkt gerade ein Bier kaufe oder eine ganze Kiste.“ Im Endeffekt wäre wahrscheinlich die bessere und einfache Antwort gewesen: „Nein, ich sollte jetzt kein Bier kaufen, weil ich mir vorgenommen habe, weniger zu trinken.“ Das ist eine ganz kurze Begründung, das ist eine schlüssige, logische Begründung, die keine großen Umwege braucht und dementsprechend die Richtige und die Anwendbare in dieser Situation, denn am Ende des Tages wird der Kauf des Kasten Bieres sehr wahrscheinlich eher dazu führen, dass man selber mal ein Bier trinkt, obwohl man sich eigentlich vorgenommen hat, es nicht zu tun, als wenn man den Kasten Bier einfach im Supermarkt stehen lässt. Und genauso kannst du mit diesem Prinzip in ganz verschiedenen Lebenssituationen vorgehen und damit deine Entscheidungsqualität massiv verbessern.

Dein Rasiermesser für die Hosentasche

[00:05:16] Was ich letztendlich sagen möchte ist, das ist natürlich nicht Ockhams Rasiermesser in seiner Reinform, aber das ist die Variante von Ockhams Rasiermesser, die du immer in deiner Hosentasche stecken haben solltest, wenn du Entscheidungen treffen willst. Denn wir treffen am Tag hunderttausende kleine Entscheidungen und das oftmals innerhalb von Millisekunden. Das ist uns gar nicht so richtig bewusst und alle Entscheidungen, über die wir so ein bisschen nachdenken, das sind schon mal Entscheidungen, wo wir uns nicht ganz sicher sind. Da gibt es irgendwelche Konflikte. Zum Beispiel gibt es den Konflikt zwischen „Irgendwie möchte ich total gerne diesen Kuchen jetzt essen“ und „Ich bin eigentlich auf Diät.“ Das ist so ein ganz klassischer Fall, weil das beschreibt den sogenannten Present Bias. Das bedeutet nichts anderes als es ist etwas direkt gerade jetzt präsent und in diesem Fall neige ich dazu, meine Überzeugungen und meine langfristigen Ziele über den Haufen zu werfen, weil die sind ja ganz weit weg, die kann ich ja jetzt gerade nicht sehen, sondern das Stück Kuchen. Das kann ich sehen. Und deshalb werden diese langfristigen Ziele gerne mal über den Haufen geworfen, wenn ich kurzfristig etwas habe, was ich irgendwie geil finde. Es gibt einen englischen Comedian, der hat dazu einen ganz lustigen Spruch gemacht. Auf Deutsch übersetzt bedeutet der Spruch ungefähr: „Harte Arbeit zahlt sich langfristig aus. Und Faulheit zahlt sich sofort aus.“ Das ist im Endeffekt genau das, was dieser Present Bias beschreibt. Und zwar, dass wenn ich jetzt gerade meinen Wünschen nachgehe, mein Bedürfnis nachgebe, dann fühlt sich das irgendwie gut an. Aber es kann sein, dass das in Bezug auf meine langfristigen Ziele total bekloppt ist. Das habe ich ja schon auch mit der Verena Stumm im Podcast über Motivation mal besprochen. Wer selber dann vor solchen Entscheidungen steht, sich zwischen seinem Begehren entscheiden zu müssen oder eben vielleicht seinem langfristigen Ziel zu folgen, dem kann das wirklich helfen, wenn er dann mal kurz Ockhams Rasiermesser aus der Hosentasche holt. Und vielleicht ist es sogar eine ganz gute Idee, wenn ihr das mal so richtig symbolisch für euch auch mal tut. Wenn ihr eine wichtige Entscheidung zu treffen habt, dann greift ihr quasi in der Hosentasche hinten und faltet das Rasiermesser auf. Und die Zeit, die er braucht, sozusagen um diese Geste zu vollführen, die reicht eurem Hirn, um gleichzeitig das Prinzip anzuwenden und am Ende die richtige Entscheidung zu treffen. Und so handelt ihr dann auch nicht so impulsiv. Denn die meisten schlechten Entscheidungen, gerade im Bereich Ernährung, die treffen wir sehr impulsiv. Wir sehen irgendwas, wir wollen das haben und dann greifen wir zu, ärgern uns kurz später wieder. Und das kann man auch. Schon allein durch diese Geste kann man das vielleicht sogar schon umgehen, dass man einfach in die Hosentasche greift und das Rasiermesser auf das Imaginäre. Bei anderen Entscheidungen ist es ein bisschen schwieriger. Aber nichtsdestotrotz, auch da kann das Rasiermesser sehr stark helfen. Beispielsweise die Entscheidung: „Gehe ich laufen oder mache ich jetzt Sport?“ Ich sitze zum Beispiel drin und guck nach draußen und sehe es regnet und hab gar kein Bock, jetzt gerade rauszugehen. Aber ich hatte mir vorgenommen, heute zu trainieren und ich wollte eigentlich laufen gehen. So Ockhams Rasiermesser aufgefaltet. Was ist die beste Alternative? Mache ich einfach drinnen Sport, fertig aus. So mach ich etwas. Nicht nichts machen, weil du jetzt deine Lieblingsoption gerade nicht zur Verfügung hast, sondern trifft die beste Entscheidung. Und das wäre in dem Moment: Schneide alle unnötigen Sachen weg. Damit schneidest du dann auch das Wetter weg, durch das du dich jetzt super durchquälen müsstest, du machst dann einfach eine halbe Stunde Sport drin, entweder bei dir zu Hause oder du gehst ins nächstgelegene Gym, wo du vielleicht sogar angemeldet bist. Und damit hast du eigentlich das Problem so weit erledigt.

Harte Arbeit zahlt sich langfristig aus. Und Faulheit zahlt sich sofort aus.

Sparsamkeitsprinzip bei Lifestyle Entscheidungen

[00:09:11] Das gilt natürlich auch nicht nur für den Sport und die Ernährung, sondern auch ganz massiv für so Lifestyle Entscheidungen. Da haben wir zum Beispiel das Thema Netflix. Du sitzt abends auf der Couch oder sitzt abends rum und denkst: „Joa, gucken wir mal ne Serie weiter, die finde ich gerade so cool, bin ich grad voll drin“, und nach der ersten Folge ist es eigentlich so langsam Zeit dich bettfein zu machen. Und dann kannst du natürlich auch wieder loslegen und kannst dir alle möglichen Ausreden zurechtzimmern, warum ist denn vielleicht jetzt doch gerade gut wäre noch weiter zu gucken. „Eigentlich könnte ich ja morgen auch ein bisschen später aufstehen, weil ich hatte mir eh vorgenommen nicht zu frühstücken.“ Bli bla blub, alles Quatsch. Also such in dem Moment wieder dein Rasiermesser raus und zack, beste Entscheidung ist, jetzt nicht weiterzugucken, sondern einfach ins Bett zu gehen und zu schlafen. Am Ende des Tages wird es die bessere Entscheidung gewesen sein, weil du dich an deinen Biorhythmus hältst, weil du dann eben kein Jetlag am nächsten Tag hast. Weil du vernünftig Zeit hast, dich vorzubereiten und zu frühstücken, damit einfach einer Problematik aus dem Weg gehst, die du vielleicht hättest, wenn du jetzt einfach deinem Impuls nachgeben müsstest und auch dafür das Rasiermesser. Super Ding! Also ich glaube, ich könnte auch Rasiermesser Verkäufer werden, aber letztendlich geht es mir nur darum, dass ihr in der Lage seid bessere Entscheidungen zu treffen und dafür ist dieses Rasiermesser, was im Endeffekt deshalb Rasiermesser heißt, weil es alle unnötigen und unsinnigen Erklärungen außen herum wegschneidet, da. Und dafür solltet auch ihr euch euer imaginäres Rasiermesser zurechtlegen, damit ihr in Zukunft mit Ockhams Rasiermesser Prinzip bessere Lebensentscheidungen treffen könnt.

Fazit der Podcastfolge

[00:11:03] So, ich glaube, das war es auch schon von mir und meiner kleinen Geschichte über Ockhams Rasiermesser. Ich hoffe, es hat euch gefallen und ich hoffe, ihr könnt es auch anwenden und vielleicht dadurch in Zukunft euch ein paar Ärgernisse ersparen. Das wäre mir sehr lieb. Und wenn es euch gefallen hat, dann lasst es uns in den Kommentaren wissen. Kommentiert auch gerne, welche Themen ihr vielleicht in Zukunft gerne mal hier hören wollt und ansonsten folgt unserem Kanal. Hört euch die weiteren Podcasts an, verbreitet die gute Kunde weiter an andere und dann hören wir uns beim nächsten Mal zu der nächsten Folge vom Upfit Podcast. Tschau!

Anmerkung der Redaktion: Der Wortlaut wurde stellenweise angepasst, um Versprecher und andere irrelevante Passagen zu entfernen.

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