Upfit Podcast #11: Mit Ralf Bohlmann - Erschaffe die beste Version von Dir

In Upfit Podcast #11 sprechen wir mit Ralf Bohlmann über seinen eigenen Weg und wie er andere Menschen dazu inspiriert, immer auf der Suche nach dem nächsten, besseren Ich zu sein. Mit 50 Jahren hat Ralf sein Leben noch einmal komplett umgekrempelt und beschlossen, dass Zufriedenheit nicht im Stillstand, sondern auf dem Weg zum Ziel entsteht und setzt sich seitdem stets neue Ziele, egal ob sportlich oder persönlich und verhilft Menschen durch seinen Podcast oder Vorträge zu ihrem persönlichen, besseren Ich.

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Unser Gast: Ralf Bohlmann

Upfit Podcast Gast Ralf Bohlmann

Fachbereich:

Seminar-Trainer
Speaker
Coach für Unternehmen und Organisationen
Workshopleiter

Qualifikationen:

zertifizierter Coach und Kommunikationstrainer
Dipl. Ing. Nachrichtentechnik
20 Jahre Leistungssport (10 Marathons, Triathlon, Crossfit)


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Transkript zum Podcast

Vorstellung Gast 

Till [00:00:30] Hallo und herzlich willkommen liebe Upfit Podcast Hörer zu einem neuen Interview. Heute habe ich zu Gast Herrn Ralf Bohlmann. Hallo Ralf, wie geht’s hier? 

Ralf Bohlmann [00:00:41] Hervorragend, Danke dir! Wie geht’s dir?

Till [00:00:45] Ja soweit gut, man hat schönes Wetter draußen. Es könnte schlechter sein, auf jeden Fall. Ralf ist vieles beruflich. Und zwar ist er Referent, Speaker, Autor und hat einen wahnsinnig erfolgreichen Podcast, in dem er sich mit den Themen Ernährung, Gesundheit, all allround befasst. Sein Credo ist, er schaffe die beste Version von dir. Sprich, es gibt eine bessere Version von dir selber, schlanker, sportlicher, kerngesund, topfit, Energie und so weiter und so fort. Ralf, magst du mir kurz einmal erklären, was du meinst mit „Erschaffe die beste Version von dir“? 

“Erschaffe die beste Version von dir”

Ralf Bohlmann [00:01:24] Ja, sehr gerne. Ich stelle am Anfang meiner Vorträge immer die Frage: Wie viele von euch haben schon mal vor dem Spiegel gestanden und gedacht „Hmm, da geht noch was?“ Und auf die Frage gibt es drei mögliche Antworten, die ich in diesen Vorträgen höre. Die eine Antwort ist „hihihi“ und dann geht die Hand hoch. Das ist die ehrliche Antwort. Die zweite Antwort ist, die Leute verschränken, die Arme vor der Brust, gucken grimmig und sagen „Ich eigentlich auch, aber ich werde mich hier nicht melden“. Das ist auch eine mögliche Antwort und die dritte Antwort, die höre ich nur, wenn Leute im Raum sind, die unter 15 sind oder über 65. Dann höre ich gelegentlich so was wie „Ich verstehe die Frage nicht, was soll das? Mir geht es super“, oder? „Ich bin 65, 70, 75 ist mir egal, komm, lass mich in Ruhe.“ Aber dazwischen, 50 Jahre unseres Lebens, sagen die Leute, ich wäre gerne ein bisschen fitter, schlanker, gesünder, sportlicher, besser drauf, körperlich und mental und solche Geschichten. Das heißt, wir haben alle so eine Idee, 50 Jahre unseres Lebens, die meiste Zeit unseres Lebens, haben wir die Idee, da geht doch noch was, wir könnten fitter, schlanker, besser drauf sein und so weiter würden wir gerne. Und wir haben auch eine Idee, wie die nächste beste Version von uns aussieht. Also ich bin richtig, ich perfekt. Davon habe ich eine Idee, hatte ich mein Leben lang. Ich gucke in den Spiegel und ich denke heute über mich. Ich fühle mich wohl in meiner Haut, yes, das Ergebnis stimmt, ist okay. Und ich würde gerne trotzdem vielleicht noch ein bisschen hier, noch ein bisschen da. Und ich glaube, das ist so eine Grundidee von uns Menschen. Die aktuelle Version von mir und von den Menschen da draußen ist völlig okay und ich glaube, dass die meisten von uns eine Idee haben, wenn ich es mir wünschen könnte, wenn ich mir malen könnte, dann wäre ich gerne noch ein bisschen irgendwas. Und das gilt von demjenigen, der mit Übergewicht zu Hause sitzt, bis hin zu jemandem, der eigentlich topfit ist. Mats Hummels wird, der ist kerngesund, topfit, voller Energie und Lebensfreude. Aber der hätte vielleicht eher nach seiner Karriere den Sixpack von Robert Lewandowski. Tim Wiese, kennst du vielleicht. Er war früher mal 80, 90 Kilo Nationaltorhüter. Hat in Deutschland Fußball gespielt, war sehr erfolgreich und jetzt hat er 130 Kilo aufgebaut und hat so ein Riesen Kreuz. Das war seine Idee von der besten Version von sich nach seiner Karriere als Leistungssportler. Das wäre jetzt nicht meine Idee, das war seine Idee. Aber das geht mich ja nichts an, was die Idee ist. Wir haben alle so eine Idee, wie es noch ein bisschen besser sein könnte. Und meine These lautet, die kann man erschaffen. Das heißt, wenn man an den richtigen Schrauben dreht, kann man das Schritt für Schritt erschaffen. Das ist das, worum es in meinem Podcast geht, auch in meinem Buch geht und in dem, was ich in meinen Vorträgen transportiere. Du bist völlig okay, so wie du bist. Du bist ein großartiger Mensch, liebenswert. Und wenn du eine Idee hast, in welche Richtung dann noch was ginge, dann kann ich dir sagen, an welchen Schrauben du drehen könntest und dann kannst du das erschaffen, wenn du es hast. Und wenn nicht alles gut und wenn du Bock darauf hast, das geht. Das ist das, was ich tu. 

Till [00:04:09] Cool. Also die Mission ist ja dann im Endeffekt den Leuten da zu helfen, zu sich selbst zu finden, denn wenn man so eine Idee von sich im Kopf hat, so möchte ich gerne sein, dann ist das ja so eine Idee von, das bin ich eigentlich. Ich bin nur noch nicht da angekommen. Und du hast gerade schon gesagt, dass es da bestimmte Stellschrauben gibt, an denen du drehst. Und die sind natürlich auch dann für jeden unterschiedlich, weil die Ziele ja vollkommen unterschiedlich sind. Für den einen ist es vielleicht rein optisch, für den einen ist es eher geht es eher um Denkweisen. Ich wäre gerne optimistischer oder so was. Und welche Stellschrauben genau planst du da so ein? Du hast ja ein fünf Bereiche System. 

5 Bereiche System 

Ralf Bohlmann [00:04:45] Also erst mal danke für den Hinweis. Finde ich absolut wichtig. Es geht nicht nur darum, das Wunschgewicht oder die Wunschfigur. Das kann auch in mentale Bereiche gehen. Ich werde gelassener, ich wäre gern souveräner, ich würde gern kompetent rüberkommen, wäre gern lustig, witzig, was auch immer oder schlank oder bessere Definition oder mehr Oberkörper oder was auch immer. Das gesamte Spektrum von Menschsein nicht nur abnehmen und nicht nur Muskelaufbau, sondern das geht weit über das hinaus. Völlig richtig so. Welche Komponenten sind das? Ich glaube, dass fünf Lebensbereiche da wichtig sind und zwei, drei davon sind vielen Leuten klar und ein, zwei davon vielleicht nicht so. Der erste Bereich, wenn ich Leute frage, worauf kommt es denn da an? Dann sagen mir die allermeisten Menschen als Erstes ihre Ernährung. Ist ja klar, logisch. Haken dran. Das Zweite, was kommt, ist ja Bewegung und Sport ist auch richtig, auch logisch machen wir auch einen Haken dran. Das heißt, wenn ich mich mehr bewege, kann ich mehr Kalorien verbrennen. Dann kriege ich vielleicht mein Übergewicht runter und dann entstehen auch Muskeln. Die haben auch einen ästhetischen Wert, so und dann passt das schon. Also weniger futtern, mehr Rennen und dann wird es. Nein noch nicht ganz. Da gibt es noch einen dritten Bereich. Schlaf ist ein ganz wichtiger, weil die Leute keine Ahnung haben, wie sehr Schlaf sich auswirkt auf Körperlichkeit, auf Gewichtsmanagement und auch auf das Immunsystem. Schlaf hat einen wahnsinnigen Einfluss auf Hunger-Satt-Gefühl, auf Fettverbrennung während der Nacht. Die findet in der zweiten Nachthälfte statt. Jetzt kenne ich aber Leute, die haben keine zweite Nachthälfte. Die schlafen fünf, sechs Stunden und dann haben sie von der zweiten Nachthälfte vielleicht nur ein Stückchen. Schade eigentlich. Also Schlaf hat einen Einfluss. Und auch auf das Immunsystem hat Schlafen enormen Einfluss, weil das Immunsystem nachts trainiert wird, weil das Immunsystem nachts die T-Helferzellen bildet und so weiter, regeneriert, neu aufgebaut wird. Immunsystem und Schlaf sind eng miteinander verknüpft. Also Schlaf kommt noch hinzu. Dann kommt noch ein vierter Bereich dazu. Das ist Entspannung und Stressmanagement, weil Stresshormone hat die Natur erfunden, um mich fit zu machen für Flucht oder Kampf. Es ist gut für Flucht oder Kampf, aber wenn ich ständig unter dem Einfluss von Stresshormonen bin, die mich für den Sprint fit machen oder für die Flucht oder für den Kampf gegen den Säbelzahntiger, da gibt es einen Preis. Ich bin für einen Augenblick fitter, weil der Körper gerade andere Dinge, die gerade nicht so wichtig erscheinen, zurückstellen. Reparatur meines Immunsystems, Haut, Haare, Fingernägel bilden, Muskulatur bilden, Fettstoffwechsel betreiben und so weiter. Das wird in Flucht oder Kampf mal kurz hinten angestellt, weil es gerade nicht wichtig ist. Ich muss ja schließlich den Säbelzahntiger davon laufen. Das Problem heute ist, dass wir permanent oder viele von uns permanent unter dem Einfluss von solchen Stresshormonen sind, weil irgendwas ist immer. Der Chef will die Quartalszahlen. Ich muss den Podcast noch machen. Meine Tochter kommt rein mit den Hausaufgaben und draußen klingelt der Paketbote. Irgendwas ist immer da. Oder der Brief vom Finanzamt oder der Nachbarschaftsstreit. So, und dann sind wir ständig unter dem Einfluss von Stresshormone und das beeinflusst unser Immunsystem, unseren Fettstoffwechsel, unsere Muskulatur, Proteinsynthese und so weiter und das will ich nicht haben. Also auch Stressmanagement, den Stress zu managen, die Stressfaktoren zu managen, das ist auch ein entscheidender Punkt. Und da spüre ich auf der Waage und das sehe ich im Spiegel. Und das merke ich daran, wie häufig ich krank werde. Also Stress kommt als vierter Bereich noch dazu. Und der Fünfte, das ist das Mindset, das ist die Art, wie ich denke, weil zwischen meinen Ohren entscheide ich ja, ob ich die meiste Zeit gut gelaunt bin, positiv optimistisch, sprich Immunsystem wird gefördert, Stoffwechsel wird gefördert, sprich Gewichtsmanagement klappt besser. Oder ob ich die meiste Zeit des Tages unter dem Einfluss von Stresshormonen bin, die das Gegenteil fördern, die mein Immunsystem behindern, die meinen Stoffwechsel behindern. Fassen wir nochmal zusammen. Ernährung, natürlich physischen Einfluss, Bewegung und Sport selbstverständlich hat das einen Einfluss. Schlaf ja, viel mehr als die meisten Menschen glauben. Entspannung und Stressmanagement, absolut jeder kennt Beispiele von Leuten, denen es unter Stress körperlich schlecht geht und man sieht ihnen das an und wenn eine Last von ihnen genommen wird, plötzlich wieder aufblüht. Stressmanagement, Entspannung. Ganz wichtiger Punkt. Und der fünfte ist das Mindset, weil ich da zwischen den Ohren entscheide, ich kann ja entscheiden, was ich denke. Ich bin Gehirnbenutzer, nicht nur Gehirnbesitzer. Ich kann entscheiden, was ich denke. Kann ich auch entscheiden, was ich fühle? Weil ein Gefühl ist immer die Folge von einem Gedanken und darüber kann ich auch steuern, ob die meiste Zeit des Tages mein Immunsystem, mein Stoffwechsel gepusht werden positiv oder surprise unterdrückt werden negativ. Also fünf Bereiche sind es in meiner Welt.  

Till [00:09:16] Ja, das hast du sehr, sehr schön und anschaulich dargestellt. Ich finde es auch sehr, sehr schön, wie du die Interaktion zwischen den einzelnen Bereichen dargestellt hast. Im Endeffekt ist es am Ende alles eins. Alles betrifft alles unseren Körper und unseren Geist irgendwo und die Einflussfaktoren, die die gegenseitige Beeinflussung auch wie Ernährung sich auf Schlaf auswirkt, Bewegung sich auf Schlaf auswirkt, Schlaf sich auf Bewegungsverhalten auswirkt. Das interagiert alles miteinander. Und da hast du eigentlich ein sehr schönes System geschaffen, was die ganzen Dinge beinhaltet, dass wenn du da mit einem Kunden jetzt drüber redest oder auch in einem Seminar oder einem Vortrag. Dann gibt es ja verschiedene Möglichkeiten erstmal da vorzugehen, so Schritt für Schritt, weil wenn du sie direkt überrennst und sagst du das alles muss machen, dann wird es relativ schwierig, da wird keiner zurechtkommen, sondern du gehst wahrscheinlich irgendwie Schritt für Schritt vor. Wie ist also der Weg vom erstmal fälligen Unbewusstsein dieser Abläufe, die da sind, hin zum Ich mache mich auf den Weg.

Vorgehen zum Erschaffen der besten Version von dir

Ralf Bohlmann [00:10:26] Da unterscheide ich jetzt mal einen Vortrag von einem Coaching. In einem Vortrag von zwei Stunden, da kommt es mir darauf an, erst mal ein Vakuum zu schaffen, den Leuten klarzumachen, das mache ich mit Storytelling, was denn überhaupt möglich wäre. Ich erzähle Geschichten von Menschen, die zu mir kamen, um sich zu bedanken, weil in einem Fall, da hat jemand in 10 Monaten 100 Kilo Gewicht verloren. Unglaublich, unfassbar. Und das im letzten Jahr den Marathon in 3 Stunden 17 Minuten gelaufen und der ist angefangen mit 198 Kilo Körpergewicht. Das muss man sich mal vorstellen. Ich erzähle solche Geschichten, die sind real. Ich sage Ihnen den Namen von diesen Menschen und zeige ihnen Bilder dazu, damit die verstehen, was alles geht. Das war das erste und dann versuche ich den Leuten klarzumachen, auf welche fünf Lebensbereiche es ankommt und warum. Plötzlich habe ich dann Verständnis und dann horcht jeder in sich rein und sagt „da war er schon mal, da mache ich ein paar Dinge ganz anders“, „das habe ich überhaupt noch nicht auf dem Schirm gehabt“. Und dann erkläre ich so ansatzweise, in welche Richtung das geht. Und das ist viel mehr kann ich in einem Vortrag vor einer Stunde, anderthalb auch gar nicht erreichen. Wenn die dann nach Hause gehen und sagen „Hah, ich habe da was verstanden, das wäre möglich, das ist ja total geil, hab ich jetzt Bock drauf“, dann fehlte die Informationen, die sie brauchen. Zum Beispiel im Podcast, zum Beispiel bei mir, bei Patrick Heizmann, bei wem auch immer. Informationen gibt, in diesem Weltweit web genug. Oder man schaut einfach nach und kann die Blogger Artikel lesen zu dem Thema. Das ist das, was ich im Vortrag mache. Im Coaching ist natürlich ein bisschen anders. Da frage ich die Leute als allererstes Mal „Was ist das, was du haben willst? Wo willst du hin? Und was ist der Antrieb?“ Ohne Antrieb kommt man nirgendwo hin. Du brauchst einen Antrieb, der funktioniert. Und das sind entweder große Ziele. Einmal im Leben Marathon laufen, einmal im Leben das und das Gewicht haben oder was auch immer, das sei ganz egal. Oder sind große Schmerzen jemand, der sagt „Es kotzt mich an, ich kann mich nicht mehr sehen. Mein Arzt hat gesagt, wenn ich so weitermache, lege ich zwei Wochen flach“ und so was in der Art. Da brauch ich den Antrieb und dann, mache ich so eine Art Analyse. Ich habe so ein Chart, sondern so ein Diagramm, wo man eintragen kann. Wie bin ich denn aufgestellt in diesem Lebensbereich? Ernährung sehr gut, gut, befriedigend, ausreichend oder mangelhaft? Bewegung und Sport, Entspannung, Stressmanagement, Schlaf und Mindset. Und dann sehe ich mit diesem Chart, mit diesem Diagramm sehr schnell und sehr einfach, wo für mich das größte Potenzial liegt. Die Leute dürfen erst mal realisieren Mensch, ich renne doch schon vier, fünfmal die Woche und mache Krafttraining oder dies oder das. Und ich esse ja nur so Salat und Putenbrust und trotzdem klappt es nicht. Ach guck mal, das Thema Schlaf habe ich nie auf dem Schirm gehabt. Ich schlafe fünf, sechs Stunden, da geht doch garantiert noch was. Das Thema Stressmanagement ist bei mir noch nicht so gut. So, und dann habe ich einen Ansatz und dann kann ich analysieren was machst du heute, was könntest du besser machen? Und dann ist die Sache relativ einfach 

Till [00:13:15] Ja, cool. Also das ist auf jeden Fall, vom Weg her, ist es auch genau der Weg, den wir auch so, weil bei Upfit gehen, dass wir versuchen natürlich breit zu informieren und dann versuchen die Leute auf ihrem jeweiligen Standpunkt abzuholen, was du ja dann in dem Moment auch machst. Bei Vorträgen da inspirierst du die Leute eher vielleicht überhaupt mal über die Sachen nachzudenken und in dem Coaching geht es natürlich viel weiter. Du hast gerade gesprochen von dem Kollegen, der von 198 Kilo zum Marathon gekommen ist. Kannst du da vielleicht mal kurz noch mal drauf eingehen? Mal kurz erzählen, wie das abgelaufen ist? Wie habt ihr begonnen? Und welche Ziele waren denn da am Anfang da? Das ist ja, das ist ein Riesenschritt

Guido Sander – Von 198 Kilo zum Marathonläufer

Ralf Bohlmann [00:13:59] Guido Sander heißt der Mann übrigens, kommt aus dem Westfälischen irgendwo im Ruhrgebiet, ich weiß gar nicht genau. Und ich habe ihn nicht persönlich gecoacht, sondern er rief mich irgendwann an und hat gesagt, Ralf, ich muss dir eine Geschichte erzählen. Ich habe vor drei, vier Jahren angefangen, mit 198 Kilo, und in diesem Sommer laufe ich den Marathon und dann lief er in den 3:17. Er hat sich bedankt dafür, dass er über meine Podcasts, über meine Blogartikel von der Webseite so viel Information geholt hat und in die Sache „Erschaffe die beste Version von dir“ so angetickt hat und so auf die Spur gebracht hat, einfach nur, dass das das Mindset die Idee da geht, was und ich kann alles erschaffen, wenn ich mich einen Plan halte. Nicht nur “I have a dream” ist ja da wichtig, nur ich habe einen Traum, sondern auch “I have a plan”. Das kommt auch dazu. Das hat er verknüpft und hat das nachher auf mich bezogen. Und wir haben auch eine Podcastfolge dazu. Das war wirklich unglaublich. Der hat es hat sich an einem Punkt X, wo der Arzt gesagt hat „Du bist krank, du bist wirklich krank“ alle Krankheitsparameter bei ihm waren natürlich im tiefroten Bereich, Anfang vierzig. Blutzucker, Blutdruck, Muskelmasse, Körperfett, Knochendichte und das war alles im tiefroten Bereich. Hat er sich am Tage X auf den Weg gemacht und hat das über Wochen, ich sage es mal gnadenlos, durchgezogen. Er hat sich im Prinzip auf sein Sofa gelegt, hat alles, was an körperlichen Entzugserscheinungen auf ihn zukam, dass es keine Cola mehr gab, literweise, hat er einfach mal ein paar Wochen ertragen. Hat sich natürlich auch im Business runtergefahren. Das war eine extreme Tour, das weiß ich nicht, ob ich es jemandem so empfehlen würde, aber er hat es einfach durchgezogen und ist über drei Jahre an der Stange geblieben. Dabei geblieben, hat immer weitergemacht, hat dann das Laufen für sich entdeckt, konnte erstmal natürlich nur walken. Dann irgendwann konnte er Radfahren, dann irgendwann, mit nochmals 40 Kilo weniger, konnte er dann joggen und dann konnte er laufen. Da konnte er regelmäßig laufen. Dann konnte er fast täglich laufen und hat das einfach so durchgezogen. Und dabei haben ihm offensichtlich, meine Vorträge geholfen. Was ihn inspiriert, motiviert und gehalten an dem Thema. Und das ist eine unfassbare Geschichte. 

Till [00:15:57] Ja, Wahnsinn. Also da muss man wirklich sagen, dass da Chapeau an den Herrn Sander. Das ist eine überragende, überragende Leistung, vor allem dieses Dranbleiben. Und ich merke auch bei dir, wenn du in deinem Podcast redest, dass dir die Themen Planung und Konsistenz extrem wichtig sind und sprich dieses, dass man sich kein kurzes Projekt mal eben hinwirft, was man dann für eine Woche oder zwei Wochen verfolgt und dann wieder ad acta legt, sondern dass man wirklich versucht, Dinge in den Alltag zu integrieren, Gewohnheiten zu schaffen, Gewohnheiten auch zu ersetzen und sich vor allem auch konkrete Pläne macht. Du hast darüber auch in deinem Podcast zum Lockout während Corona mal gesprochen und auch da ist die Planung ein wesentlicher Faktor. Kommt das daher, dass du selbst zu Hause, mit drei Töchtern und einem Job, wo du ständig unterwegs bist und viele Dinge vereinen musst und ständig erreichbar sein musst, viel planen musst? 

Consistency beats intensity

Ralf Bohlmann [00:16:51] Nein, ehrlich gesagt, von den drei Töchtern wohnt noch eine bei mir. Meine Töchter haben eine Altersbandbreite von 23 bis 8. Insofern ist es hier weniger chaotisch als es vielleicht klingt. Ich habe aber über mein Leben, ich bin 55 Jahre alt, 25 Jahre IT-Unternehmer und bin da immer noch ein bisschen engagiert. Und jetzt mache ich Podcast. Das heißt, ich habe über meine Lebenserfahrung, die schon ein bisschen weiter geht und die auch Business Elemente über viele Jahre sehr intensiv beinhaltet, hat natürlich gelernt, dass auf Englisch heißt es so schön „consistency beats intensity“, also die Konsistenz ist viel wichtiger als die Intensität. Das heißt, es kommt darauf an, drei Monate lang jeden Tag 20 Minuten Sport zu machen und es würde überhaupt nichts helfen. Drei Tage am Stück von Morgens bis Abends trainieren, dann habe ich ein Riesen Muskelkater und eine Woche später sehe ich nichts. Aber wenn ich drei Monate lang jeden Tag 20 Minuten 100 Push-ups mache und schaue in den Spiegel, dann sehe ich einen Riesenunterschied. Der Schlüssel ist immer eine neue Sache, zu einer Gewohnheit zu machen. Und wenn sie eine Gewohnheit ist, kostet sie auch keine Willenskraft mehr. Das ist der entscheidende Punkt. Das heißt, wenn ich das schaffe, ein neues Verhalten zu einer Gewohnheit zu machen, kostet mich keine Willenskraft mehr. Dann kann ich, wenn das Frühstück gut läuft, mich um die nächste Gewohnheit kümmern, die ich durch eine bessere ersetzen will. Zum Beispiel dienstags, donnerstags und samstags herauszugehen oder Sport zu machen. Und dann das nächste und dann das nächste. Der Schlüssel ist immer, eine neue, bessere Gewohnheit zu einer Gewohnheit zu machen und nicht irgendwas, ein Programm, eine Diät, eines Trainings Bootcamp durchzuziehen und danach wieder in alte Gewohnheiten zu verfallen und dafür ist natürlich Planung. Für viele ist das im Beruf selbstverständlich. Viele sind noch gar nicht darauf gekommen, dass man ihrer gesundheitlichen ästhetischen Ziele genauso planen kann wie eine berufliche Karriere oder eine Altersvorsorge. Im Zweifel mit einem Excel Sheet oder mit einem FiloFax oder mit einem Notizzettel, den man in der Tasche trägt oder was auch immer. Und das bringe ich den Leuten näher, organisiere dich gesundheitlich, sportlich, ästhetisch, genau so, wie du es auch in anderen Bereichen gewohnt bist und erfolgreich praktizierst. Und dann wird ein Schuh draus und dann nicht „Ich hungere mich mal runter für die Hochzeit, wo ich in das schlanke Kleid passen muss“, sondern ich bin der Typ, der sich gut ernährt, der eigentlich Sport treibt, der auf seinen Schlaf achtet, der ein positives Mindset hat. Und dann folgt alles, was ich mir erträumt habe. Kerngesund, mit voller Energie und Lebensfreude. Das folgt dann automatisch hinterher und es bleibt.

Till [00:19:25] Ja, kann ich absolut bestätigen. Also ich habe gerade in dem Podcast ein kleiner Schritt ist besser als keiner so einen ähnlichen Ansatz auch noch mal vorgestellt, wo es darum geht, letztendlich die Komfortzone so Schritt für Schritt zu erweitern, irgendwie und nicht direkt die großen Sprünge machen zu wollen, das ist für die meisten zu hart. Und du hast gerade schon angesprochen, da ändert man halt erst mal das Frühstück, wenn man sich gesund ernähren möchte und versucht das Stepp by Stepp zu etablieren, bevor man eben den nächsten Schritt geht. Da bin ich 100 Prozent da Core und genauso funktioniert es auch. Die meisten Menschen haben ja Ressourcen und Sie haben ja irgendwelche Möglichkeiten sich zu organisieren oder organisieren auch völlig unbewusst Dinge im Alltag, auch gerade bei Hausfrauen, die müssen zu Hause unglaublich viel zeitlich miteinander abstimmen und dann kommen vielleicht noch Kinder dazu und die haben häufig das Problem, dass sie glauben, sie könnten so was gar nicht. Dabei tun sie das tagtäglich und haben eigentlich relativ große Organisations-Kompetenz. Und das muss man den Menschen dann eben auch nur in dem Moment noch mal klarmachen, dass sie das alles eigentlich schon können und nur anwenden müssen. Ich fand besonders gut dein Zähneputzen Vergleich. Der hat mir sehr gut gefallen. Magst du sie noch mal kurz nennen zur „consistency beats intensity“? 

Ralf Bohlmann [00:20:34] Wenn ich Leute frage, das mit dem Frühstück? Besseres Frühstück, kriegst du das hin? Ja, kriege ich hin und dann machen sie das ein paar Mal. Also ein paar Sachen darf man sich gewöhnen und wir haben uns ja früher auch an das Zähneputzen gewöhnt. Und wie haben wir das gemacht? Also Putzen selber macht keinen Spaß, aber wir tun’s in einer gewissen Regelmäßigkeit, weil man sich einfach dran gewöhnt haben. Zähneputzen kostet heute keine Willenskraft meh, obwohl es bedeutet, ich muss aufstehen, ich muss ins Bad gehen, muss die Zahnpastatube ausdrücken, muss Zähne putzen. Das macht an sich keinen Spaß, aber wir tun’s, weil wir irgendwann verstanden haben, dass das ist, wie mit dem wählen. Wenn man es eine Zeit lang nicht tut, dann wird’s braun. Also beim Wählen und beim Zähneputzen. Und unsere Eltern haben uns das damals eingeprügelt. Sie haben so lange darauf geachtet, bis wir es gemacht haben und heute tun wir es selbstverständlich. Und genauso eine Runde Sport, Rausgehen, Joggen oder so was. Das mag jetzt nicht so bequem sein, wie auf dem Sofa sitzen zu bleiben und die nächste Netflix-Serie anzuklicken und sich anzuschauen. Das stimmt. Aber wenn man sich einmal dran gewöhnt hat, ist das so eine Selbstverständlichkeit wie Zähneputzen und es kostet keine Willenskraft mehr. Und dann wirds easy, weil das Thema Willenskraft, die ist begrenzt. Das ist wie ein Muskel, der erschöpft über den Tag. Kann das ein klein bisschen trainieren, das ist schon richtig, aber ist erschöpft über den Tag und an dem Tag, wo alles schiefläuft, wo alles dazwischen kommt, wo alles und dies noch und das und jenes noch und das auch noch und dann etwas tun, wofür ich Willenskraft brauche, nämlich obwohl ich es nicht gewohnt bin? Rausgehen, joggen, obwohl es kalt ist, alles nass ist, obwohl was weiß ich nicht, irgendwas, meine Schuhe sind nicht geputzt, dann sage ich auch ich tu’s nicht. Aber sobald es eine Gewohnheit ist, denke ich nicht darüber nach. Ich geh einfach raus, weil die Schuhe stehen da und es regnet da und kein Problem kommt. Die Netflix-Serie, die kann ich auch später schauen. Ok, und dann mach ich’s. Darum ist das sehr wichtig. Wie beim Zähneputzen auch, ich gewöhne mich dran, dann ist es okay, ich tu’s, fertig.

Till [00:22:23] Einfach automatisiert und das ist irgendwie das Schöne, wenn man Dinge eben nicht mehr, ich sage mal unsere Gesundheit Psychologie wird man sagen, das fällt nicht mehr in den volitionalen Bereich, sondern das ist wirklich eine Gewohnheit geworden. Ich muss nicht mehr darüber nachdenken, aktiv tue ich das, tue ich das nicht, weil einfach der Hinweisreiz kommt, ich sehe die Schuhe da stehen und zack ist klar für mich, ich muss noch laufen gehen, ich habe es heute noch nicht gemacht. Das Gleiche gilt natürlich für die Sporttasche und das Workout oder was auch immer man für den Sport macht. Wo wir gerade beim Thema Sport sind, du bist ja Leistungssportlich, eine richtige Granate. Ich habe gelesen 2:51 bist du im Marathon gelaufen, mit 50 noch. Das ist mal eine richtig starke Zeit. Bist du früher immer Langstreckenläufer gewesen? Du machst ja auch CrossFit. 

Die besten Versionen von Ralf Bohlmann

Ralf Bohlmann [00:23:09] Ich bin immer gelaufen mit 15/16, neben Fußball habe ich angefangen zu laufen. Dann kam irgendwann Triathlon Zeit. In den frühen 2000, 2002-2006 habe ich viel Triathlon gemacht bis zur Halbdistanz, also halb Ironman Distanz. Bin dann wieder zurück zum Marathon und bin tatsächlich mit 50, weil ich mir immer noch beweisen wollte, den Marathon in 2:51 gelaufen. Ich bin dreimal glaub ich unter drei Stunden gelaufen, jedes Mal in Hamburg. Was total geiles Event war damals und da habe ich mir gedacht Okay, da Lauferei ist ja schon extrem einseitig, wenn man ganz ehrlich ist,, das heißen, ich konnte stundenlang schnell geradeaus rennen. Das hat mit Fitness aber nur begrenzt was zu tun, weil Fitness ist ja viel mehr als das. Fitness wäre ja kardiovaskuläre Ausdauer, aber auch Kraft, Beweglichkeit, Koordination, Balance, Agilität, Präzision in den Bewegungen. Fitness ist viel mehr. Und ich war nicht fit. Ich war ein super Marathonläufer für meine Altersklasse, Top 30 in Deutschland. Aber ich war nicht fit, ich hatte keine extreme Agilität, sprich Schnelligkeit, Spritzigkeit und meine Frau zu der Zeit an, das war 2015 CrossFit zu betreiben und ich bin irgendwann in die Box kurz nach diesem geilen Marathon und hab gesagt, jetzt zeig ich den Jungs mal, was Fitness ist. Und dann haben die mir gezeigt, was Fitness ist. Und dann habe ich fünf Jahre lang CrossFit gemacht, habe das Laufen natürlich zurückgefahren, weil laufen konnte ich ja schon. Ich habe jedes Laufworkout beim CrossFit gewonnen, also musste ich mir da keine Sorgen machen und habe eben diese anderen Dinge ausgebaut. Und im letzten Herbst bei den letzten CrossFit Open, das sind so die offenen Meisterschaften Qualifikation, da war ich tatsächlich Dritter in meiner Altersklasse in Deutschland, 12 in Europa und 118 in der Welt, glaube ich. Das heißt, CrossFit habe ich dann fünf Jahre sehr intensiv gemacht und jetzt kann ich leider nicht in die CrossFit Box gehen, um dort zu trainieren, also laufe ich jetzt wieder mehr und stelle fest, wie viel ich läuferisch Kompetenz eingebüßt habe. Aber anyway, ich bin heute insgesamt fitter als je zuvor in meinem Erwachsenenleben. Die Gesamtfitness betrachtet, also Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination, auch Cardio und das war immer schon Teil meiner Identität, mich auch sportlich zu beweisen, ich bin ja auch eitel, dass wir alle tolle Hechte sind, wie du so willst. Aber ich habe Bock dran zu gucken, was ist die nächste beste Version von mir. Und das ist ja im Grunde genau in diesem Schema. Früher dachte ich, die beste Version von mir ist ein hagerer, schlanker, dürrer Marathonläufer, der Marathon unter drei Stunden rennen kann. Habe ich gemacht. Und dann kam die Idee was ist die nächste beste Version von mir? Und die etwas mehr Schultern, etwas mehr Brust, kräftiger, beweglicher, bessere Koordination, bessere Balance, mit 55 war ich ein guter Crossfitter, denke ich darüber nach, was ist die nächste beste Version von mir? Und ich habe auch Ideen, was die beste Version von mir mit 60, mit 70, mit 80 ist. Dafür habe ich Bilder im Kopf. Also ich bleibe an dem Thema dran und da kann ich gleich noch einmal den Schwenk machen. Zum Thema Gesundheit, weil das wichtig ist. Manche Leute begreifen Gesundheit, Ästhetik, Gewicht und so als ein endliches Ziel. Ein Punkt, den erreiche ich einmal und dann habe ich gewonnen. Kriege den Pokal, geh nach Hause „Hurra, hurra“. Aber Gesundheit ist ein Spiel, das nicht nur, weil ich ein Ziel erreicht habe, endet. Das Spiel geht weiter. Das Spiel endet erst an dem Tag, an dem ich meine Löffel zurückgeben darf. Und bis dahin spiele ich weiter. Das heißt, ich erschaffe immer wieder die nächste beste Version von mir. Jetzt strebe ich die mit 60 an, dann die jetzt mit 70. Mit 70 möchte, ich ist die beste Version von mir, der Typ, der mit seinen Enkeln auf der Wiese tobt. Und das Geile daran ist, das soll auch nicht aufhören. Ich habe ja Spaß daran, während ich das tue. Es macht ja Spaß, es zu tun. Das ist, das nennt sich Dopamin. Ich komme einen kleinen Schritt voran, auf dem Weg hin zu meinem Ziel und dann kriege ich dieses kleine bisschen Glückshormon Dopamin. Das fühlt sich einfach geil an nach dem Laufen unter der Dusche, nachdem ich einen tollen Marathon gelaufen bin, nachdem ich ein tolles CrossFit Workout gemacht hat, warum soll ich dann aufhören und sagen ich stelle mir den Pokal ins Regal? Dieses Dopamin, ich habe was für mich getan. Das möchte ich auch morgen, übermorgen und in drei Tagen oder in 30 Jahren noch. 

Till [00:27:11] Absolut. Also man merkt schon, welchen Stellenwert Sport auch hat und Bewegung, also sagen wir mal Bewegung im Allgemeinen. Du hast ja gerade über das Dopamin gesprochen. Es gibt ja das dystonische und das phasische Dopamin Level und wenn man etwas Neues, etwas Tolles erreicht, dann kriegt man so Dopamin Spitzen. Aber wenn man sich regelmäßig bewegt, dann ist es das durchschnittliche Dopamin Level im Striatum deutlich höher als bei Menschen, die sich weniger bewegen und damit eben auch die Motivation, der Drive, den man so über den Tag hat und einfach auch, der Spaß und Freude, die man an Dingen empfindet, deutlich höher. Also das ist auch das wichtiger, wichtiger Punkt finde ich, der für regelmäßige Bewegung spricht, gerade für Leute, die sich das am Anfang gar nicht so vorstellen können. Die sagen so, jede Bewegung ist eine Qual. Klar, für Leute wie den 180 kg Mann ist es am Anfang wirklich so, jede Bewegung ist eine Qual, weil jede Bewegung oder jede Art von Sport vor allem direkten, maximal überschwelligen Reiz darstellt. Der Körper muss sich erst mal adaptieren. Aber wenn man es regelmäßig macht, dann hat man einfach nur Vorteile. Nur Benefits davon. Und das wird jeder erfahren, der das regelmäßig durchzieht. Insofern da auch der Regelmäßigkeit „consistency beats intensity“. 

Ralf Bohlmann [00:28:18] Absolut richtig, was du sagst. Und dazu kommt ja noch eine Geschichte, wenn ich rausgehe, mit dem Gefühl, oh, ich geh jetzt raus, das tut weh, da hab ich keinen Bock drauf. Dann stellt sich Dopamin natürlich auch nach sechs Wochen noch nicht ein. Aber wenn ich rausgehe, mit dem Gefühl, ich gehe jetzt raus, ja, es wird kalt sein, aber ich komme dann mit meinem Schritt ein kleines bisschen näher und danach bin ich ein kleines bisschen gesünder als vorher, wenn auch nur ein Mikrometer. Mit der Einstellung stellt sich Dopamin viel schneller ein. Nicht, dass es leichter war, sondern dass man sich daran gewöhnt hat, dass es schwer ist, 

Till [00:28:49] Genau diese Bewertung der Aktion, die man da tut, die ist natürlich auch im eminent wichtig. Und dafür sind solche Ziele natürlich auch, die müssen da sein. Man muss konkrete Ziele haben und auch so Ideale, nach denen man handelt, damit man eben die Bewertung der Schritte dorthin ganz anders vornehmen kann. Also bin ich voll bei dir. Ich habe jetzt auch noch mal auf das Thema Sport bezogen. Ich finde du bist ein super Beispiel dafür, wir kriegen mich häufig so die Frage gestellt „Wie ist das denn mit dem Muskelaufbau?“ und da kommen so Zahlen wie Ich bin jetzt schon Ende 30, wie ist das mit dem Muskelaufbau? Und du hast ja quasi bis 50 bist du als Läufer natürlich eher so einem schlanken, dünnen Körperbild hinterhergejagt und dann ab 50+ hast du angefangen, auch mehr verstärkt im Kraftbereich zu trainieren. 

Ralf Bohlmann [00:29:41] Ich habe zu meinem Wettkampf damals 2014, 68 Kilogramm gewogen bei einem Körperfettanteil von vielleicht acht Prozent. Im letzten Herbst 2019 als Crossfitter mit 55 habe ich gewogen 76 kg bei einem Körperfettanteil von 12 Prozent schätze ich jetzt mal. Das heißt, dazwischen lagen acht Kilo und das meiste davon war Muskelmasse. Ich glaube, ich habe so ein Gewicht, dass ich einpendeln würde, wenn ich jetzt nicht extrem Richtung Marathon oder extrem Richtung Muskelaufbau und CrossFit gehen würde. Das läge wahrscheinlich irgendwo in der Mitte bei vielleicht 72 Kilo, das war ein Gewicht, das ich als Jugendlicher immer hatte, wenn ich nicht in irgendeine Richtung Sport gemacht habe, intensiv. Und das würde ich jetzt wahrscheinlich auch wieder einpendeln und das kann ich variieren nach unten und nach oben. Für Leute, die sehr hohes Übergewicht haben, ist das natürlich überlagert über dieses normale Gewicht, das der Körper so einstellen würde, über seine Ernährungsgewohnheiten und damit von der ungewöhnlichen Masse, die dann obendrauf kommen. Aber ich hätte sondern Mittelgewicht von 72 Kilo und das kann ich nach unten und nach oben verändern. Und wenn du jetzt fragst: Wie kriegt man das hin? Sechs, acht Kilo Muskelmasse aufzubauen? Erstens, das geht nicht von heute auf morgen, das dauert natürlich eine Zeit. Zweitens, das geht auch mit 50 Richtung 55 habe ich ja bewiesen. Und drittens, dafür braucht es natürlich auch die passende Ernährung. Das heißt, du darfst im Kalorienüberschuss sein und damit den Körperfettanteil auch mal ein kleines bisschen aus dem Auge verlieren, für eine Zeit zumindest. Und das Material, was du da aufbauen willst, das besteht ja aus was. Da ist Eiweiß natürlich eine ganz entscheidende Komponente. 

Till [00:31:29] Definitiv, das ist auf jeden Fall, die Ernährung und der Sport müssen in der Hinsicht zusammenpassen. Das geht in beide Richtungen, sowohl was das Abnehmen als auch, was es zunehmen angeht. Kalorienüberschuss, Kaloriendefizit, Eiweißmenge. Aber ich glaube, am Ende des Tages ist die wichtigste Waffe, die wir da in unserem Repertoire haben, immer die Beständigkeit. Denn wenn man, wie du schon selber sagst, das Ganze geht nicht von heute auf morgen allein überhaupt morphologische Veränderungen in der Muskulatur zu erzielen, da muss man schon mal mit Monaten planen und die meisten Leute geben sich ja nicht mal die ersten Monate, wenn sag ich mal das neue Jahr reingeht und der der neue Fitnesswahn wieder kommt, man meldet sich an und dann die ersten Wochen, sind die Studios voll und dann bricht es relativ schnell ein. Und ich glaube genau diese Beständigkeit sowohl in der Ernährung als auch im Training, das ist so der Aspekt, der am Ende zählt.

Die Rolle der Ernährung

Ralf Bohlmann [00:32:21] Genau, und da komm ihr jetzt auch wieder ins Spiel mit den Ernährungsplänen. Die können da natürlich in hervorragender Anleitung sein, weil nicht jeder ist Ernährungsexperten und will das auch gar nicht sein. Und so muss das ja auch nicht sein. Mein Gott, wir delegieren doch alles. Wir haben Steuerberater, wir unsere Finanzen, wir haben einen Tankwart für unser Fahrzeug oder einen Automechaniker. Warum sollte jeder von uns Ernährungsexperte sein, nur weil jeder von uns schon mal gegessen hat? Da greife ich doch gerne auf Spezialisten zurück, die nichts anderes tun, als sich damit zu beschäftigen, wie genau sowas funktioniert, wie zum Beispiel Abnehmen funktionieren, Muskelaufbau funktioniert, Definition funktionieren oder auch Clean Eating funktioniert. Und ein Plan, da kommt ihr ja jetzt ins Spiel, das ist das, was ihr tut. Bin ich total dankbar, weil ihr da eine Wahnsinns-Kompetenz bündelt und das auch technisch so auf die Reihe kriegt, dass es sehr einfach und Convenience zu nutzen ist. Da kommt ihr ins Spiel und so ein Plan ist extrem hilfreich um Leitfaden zu haben, um das einfach mal zu machen und sich nicht auch noch damit beschäftigen zu müssen. Was soll ich essen? Wie viel davon und wann? Das kann ich mir vorgeben lassen. Mit all den Möglichkeiten und Flexibilität und Einschränkungen, die jemand vielleicht haben mag, kann man das hervorragend heute technisch lösen. So wie wir demnächst ja auch wahrscheinlich technisch lösen werden, dass eine App uns davor warnt, dass wir Kontakt hatten mit jemanden, der Corona infiziert ist. Heute sind wir in der Lage, technische Lösungen zu nutzen, unter Berücksichtigung von Datenschutz und all den Sachen. Vollkommen klar, aber das wird uns extrem helfen. Und ein Ernährungsplan ist eine technische Lösung, die uns genauso da helfen kann. Dann sind wir eben nicht mehr angewiesen auf Brigitte Diät oder auf irgendwelche Internetseiten, wo abstruse Leute abstruse Versprechen abgeben. Sixpack in sechs Wochen oder 20 Kilo Gewichtsverlust in so und so mit der Crash Diät. Mein Gott, da ist so viel Unfug im Umlauf, da kann man viel besser machen. 

Till [00:34:08] Absolut. Das ist ja auch ein Teil unserer Mission, dass wir versuchen, da so ein paar Mythen aufzuklären und dieses ganze gefährliche Halbwissen, was da kursiert so ein bisschen aufzulösen und da mal für ein bisschen Klarheit zu sorgen. Freut mich, dass es dir auch gefällt, wie wir das machen, definitiv.

Ralf Bohlmann [00:34:24] Mit Ralf Besser Essen, das seid ja ihr. Da ich da draußen bisher noch nichts gefunden habe, was dem auch nur annähernd gleichkommt. Das sage ich ganz offen, das sage ich ganz ehrlich. Und darum bin ich sehr dankbar, dass ihr das macht. Und ich finde es auch total klasse, dass ihr mit eurem Podcast da jetzt auch rausgeht und verschiedene Strömungen, verschiedene Ideen, verschiedene Dinge rund um das Thema Ernährung in dem Podcast verarbeitet. Du machst das großartig Till und ich freue mich, dass es geht. Darum bin ich, bin ich sehr froh und dankbar auch, dass ich als Gast bei euch mal sprechen darf. Wenn ich das damit ein bisschen unterstützen kann, finde ich großartig. Wenn ich irgendwas beitragen kann für die Hörer, die jetzt da gerade am Kopfhörer sitzen, finde ich das toll, Kompliment. 

Till [00:35:02] Ja, vielen Dank. Ich freue mich sehr, dass du hier zugesagt hast, bei uns mal unterstützend aufzutreten. Ich finde, man merkt total, dass du ein absoluter Experte in den Bereichen bist, über die du hier sprichst und auch sehr tiefes Wissen hast. Und das wäre jetzt auch noch, so meine abschließende Frage. Du bist ja ursprünglich als IT-Techniker aktiv gewesen, lange Zeit, aber irgendwie hast du ja immer im Hintergrund gehabt, Sport, Ernährung, du warst da sehr drin in dem Thema, einfach für dich. 

Vom IT-Techniker zum Coach

Ralf Bohlmann [00:35:33] Ich hab eine Lehre als Elektro Maschinenentwickler gemacht und anschließend über den zweiten Bildungsweg Nachrichtentechnik studiert und bin dann ins Marketing eingestiegen bei Nixdorf Computer vor 30 Jahren ungefähr und habe mich dann vor 25 Jahren selbstständig gemacht mit einem IT-Unternehmen. Ich habe einfach eine Geschäftsidee gefunden, mit der ich mich selbstständig machen wollte und habe dann dieses Unternehmen gegründet, aufgebaut und war 20 Jahre Geschäftsführer dieses Unternehmens, das es heute noch gibt. Aber vor fünf Jahren habe ich dann einen Geschäftsführer eingestellt. Ich habe vor einigen Jahren mal über 50 Prozent der Anteile an diesem Unternehmen verkauft und seit fünf Jahren bin ich nicht mehr in das Geschäft aktiv involviert. Da gibts es ein Geschäftsführer, der macht das. Und ich mache jetzt Dinge, die mehr was mit mir zu tun haben. Weil mit 50 habe ich überlegt, wenn ich noch immer etwas anderes machen will, irgendwas, was mit mir zu tun hat und nicht nur mit Job und Geld und so was. Dann ist jetzt Zeit. Also habe ich überlegt, Was ist der rote Faden in meinem Leben? Und ich habe lange gebraucht. Erst habe ich überlegt, ich werde so und so laut Guru, ich erkläre den Leuten, wie sie laufen, aber da habe ich mir gedacht, das ist doch eigentlich viel zu klein. Ich will den Leuten nicht sagen, wie man läuft oder wie man schneller läuft. Das ist mir viel zu klein. Was mich immer beschäftigt hat, war die Idee, was ist meine nächste beste Version? Ich habe den Spiegel geschaut. Nicht nur optisch, sondern auch mental. Wo geht noch was? Wo kann ich noch kompetenter, gelassener, souveräner oder fitter oder gesünder oder glücklicher werden? Und was habe ich versucht für mich zu kristallisieren? Und dann habe ich gemerkt, dass ich hier nicht Leuten erzähle, dass die inspiriert sind, dass es sie auch mitnimmt und dass ich sie damit erreichen kann. Und dass sie fragen, Mensch, wie machst du dies? Wie hast du das erreichen? Kannst du das schaffen oder jenes machen? Und so bin ich auf die Idee gekommen, das rauszubringen, einen Podcast zu machen, der jetzt seit fünf Jahren mit gutem Erfolg läuft, und dann auch Coachings zu machen, Vorträge zu halten. Und das ist ja heute dann auch mein Beruf geworden. Das war die Idee, mit 50 zu sagen, wo ist der rote Faden in meinem Leben? Und was ist das, was ich zurückgeben kann, weitergeben kann, was wertvoller ist als Software schreiben oder Hotellösungen zu entwickeln. So kam das und ich habe einfach das Risiko auf mich genommen, habe auf mein festes Einkommen als Geschäftsführer dieses Unternehmens verzichtet und bin einfach ins kalte Wasser gesprungen. Und das habe ich nie bereut. 

Till [00:37:46] Ja, manchmal ist es auch einfach das Richtige, einfach machen. Und man merkt auch dieser diese Erfahrung, die du halt über die ganzen Jahre gesammelt hast, in denen du quasi das auch vieles an dir selbst ausprobiert hast und dich in verschiedenen Bereichen gebildet hast. Die kommen natürlich auch vielen anderen Leuten zugute. Du hast eine sehr, sehr ruhige Art, die Dinge zu vermitteln. Du bist sehr klar in den Aussagen und insofern einmal hier dein Podcast. Der heißt auch „Erschaffe die beste Version von dir“ und es lohnt sich auf jeden Fall da reinzuhören. Da kommen immer einen so kleinen Chunks, so irgendwo zwischen 8 und 15, 20 Minuten, kleine hilfreiche Tipps aus allen fünf Bereichen Ernährung, Bewegung, Entspannung, Stressmanagement, Schlaf und Mindset, die man immer ebenso für einen Tag mitnehmen kann. Wenn man sich das täglich anhört, dann pflanzt das natürlich einen Samen im Kopf und wächst dann irgendwann. Und dann kommt irgendwann der Punkt, wo man sagt Okay, jetzt höre ich mir das die ganze Zeit an. Und vielleicht hat man auch schon schrittweise unterbewusst verschiedene Dinge verändert. Und irgendwann kommt der Punkt, wo man sagt Okay, jetzt mache ich das selber, jetzt mache ich mir meine Version, jetzt zeichne ich mir mein Idealbild und jetzt fange ich an. Und genau da treibst du die Leute ja auch hin mit deinem Podcast und mit deinen anderen Arbeitsbereichen im Coaching, in den Seminaren, in Vorträgen. Und das ist natürlich eine hervorragende Sache, gerade in unserer heutigen Zeit, wo wir einen hohen Anteil an Übergewichtigen in Deutschland haben, extrem viele mit chronisch degenerativen Erkrankungen herumlaufen, die das Gesundheitssystem belasten. Da ist genau diese Art von Mindset und Einstellung und auch Art, Dinge anzugehen, extrem wichtig. Also insofern da mal es war mir eine Ehre, mit dir zu sprechen, die in diesem Podcast. 

Ralf Bohlmann [00:39:28] Ich merke es, wenn ich sehe, Leute wie euch zum Beispiel auf der Bildfläche erscheinen, die genau in die Kerbe schlagen, die ein tolles Produkt haben, die jetzt ein Bereich davon belegen, das wirklich gut machen. Ich glaube, das braucht jetzt auch mal zu diesen Zeiten ganz besonders, dass man feststellt, vieles läuft ja auch verdammt gut. Wir sind in Deutschland von der aktuellen Krise nicht so schlimm betroffen wie andere Länder. Und das hat ja auch was damit zu tun, dass wir hier so gründlich sind. Und manche halten das für spießig. Aber vieles läuft ja auch verdammt gut. Wir haben eine Regierung, die sich im Griff hat, die die richtigen Schritte zur richtigen Zeit bei der sinnvollen und nötigen Kritik an der Stelle hier oder da oder dort. Aber vieles läuft ja auch gut. Und auch im Bereich Gesundheit, Fitness, Vitalität sehe ich ja auch das, dass sich da was tut, dass viele Leute offener werden, dass es viel Informationsquellen gibt, auch viele gute, neben vielen schlechten auch. Aber es gibt überall Hoffnung und es lohnt sich dranzubleiben. Und für jeden gibt es eine Chance, egal wie alt, egal wo er steht. Also man kann noch älter sein als ich und Ziele erreichen. Man kann noch schwerer sein als ich. Aber von Guido Sander, der 198 Kilo auf den Rippen hatte und jetzt den Marathon in 3:17 läuft. Also es gibt unglaubliche Beispiele und wenn jemand nur einfach will, dann darf er auch träumen. Und wenn er auch einen Plan hat und den verfolgt, dann kommt er auch ans Ziel. 

Outro

Till [00:40:48] Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg zu sich. So sehe ich das auf jeden Fall auch. Super, hey, das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich würde mich an der Stelle jetzt mal verabschieden. Leute, checkt auf jeden Fall den Podcast von Ralf Bohlmann aus dem sehr, sehr viele hilfreiche Tipps. Gut, dann hören wir uns im nächsten Podcast. Wir hören uns natürlich. Ich weiß noch nicht genau, was das Thema sein wird, aber es wird wieder sehr spannend werden. Da kann ich auf jeden Fall schon mal darauf hinweisen. Und ja, bis zur nächsten Folge. 

Anmerkung der Redaktion: Der Wortlaut wurde stellenweise angepasst, um Versprecher und andere irrelevante Passagen zu entfernen.

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