Der Einfluss von Alkohol auf das Abnehmen

3 Min. Lesezeit · Upfit Redaktion

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Gesund abnehmen mit Alkohol?

Ein kühles Blondes nach dem Sport? Oder ein guter Wein zum Abendessen? Das hat doch sicher keine nennenswerten negativen Effekte auf das Abnehmen, oder vielleicht doch? Gesundheitlich betrachtet spricht tatsächlich wenig dagegen und wissenschaftliche Studien belegen, dass ein halbes Glas Wein in gewissen Aspekten sogar gesundheitlich fördernd sein kann. Doch seien wir mal ehrlich: Bei wem bleibt es schon bei einem halben Glas? Die Realität sieht normalerweise ganz anders aus.


Wirkung von Alkohol auf deinen Körper

Aber auch wenn Alkohol in geringen Mengen der Gesundheit nicht schadet, im Hinblick auf eine beabsichtigte Gewichtsreduktion fällt die Bewertung doch erheblich negativer aus: Alkohol ist mit 7 kcal pro Gramm nicht nur hochkalorisch (Fett hat 9 kcal pro Gramm und Eiweiß sowie Kohlenhydrate nur 4 kcal), sondern wird oft zusammen mit sehr zucker– oder fetthaltigen Getränken, wie Sirupe, Saft oder Sahne gemischt. So kann ein farbenfroher Cocktail gern mal mit 800 oder mehr Kilokalorien zu Buche schlagen, was einer Pizza bzw. einer vollen Mahlzeit entspricht.

Leider sieht es mit dem gerade bei Sportlern so heißgeliebten Bierchen nicht viel besser aus. Auch, wenn es aufgrund des geringen Alkoholanteils kalorisch vergleichsweise gut abschneidet, so ist der glykämische Index mit 100 – 110 signifikant hoch. Somit hat Bier eine starke Auswirkung auf den Blutzucker und damit auch auf den Insulinspiegel. Die Folge ist ein gesteigerter Appetit und auch das führt oftmals zur weiteren Kalorienaufnahme, entweder in Form von ungesunden Snacks oder dem nächsten Bier – ein Teufelskreis. Gerade Biertrinker neigen zu einer schlechteren allgemeinen Ernährung im Vergleich zu Weintrinkern. Ein Aspekt, der für das Abnehmen absolut hinderlich ist.

Was tun, wenn du auf der Party ein paar zu viel hattest? Till erklärt dir im Experten-Video, was du gegen deinen Kater tun kannst:


Warum Alkohol so schädlich ist

Ein weiterer Negativaspekt ist der Einfluss von Alkohol auf unseren Energiestoffwechsel. Sobald Alkohol in den Organismus gelangt, wird dieser zur bevorzugten Energiequelle. Der Verbrauch von Proteinen und Kohlenhydraten wird deutlich reduziert, weil die Leber mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt ist, die Fettverbrennung nahezu gänzlich gestoppt.

Die Ursache dafür ist, dass unser Hormonhaushalt unter dem Konsum leidet. Alkohol lässt den Spiegel des als Stresshormon bekannten Cortisol proportional zur Menge und Häufigkeit des Konsums steigen, was nicht nur Reizbarkeit und Unruhe hervorrufen kann, wie man es vielleicht schon einmal erlebt hat, sondern auch unseren Stoffwechsel negativ beeinflusst. Cortisol ist in Kombination mit Insulin und Glukagon eines der Blutzucker beeinflussenden Hormone und als solches lebenswichtig. Bringen wir durch Alkoholkonsum aber das natürliche Zusammenspiel durcheinander, hat das Konsequenzen: die Fettverbrennung erlahmt und die Einlagerung von Körperfett wird erhöht. Ein erhöhter Cortisolspiegel und vor allem ein falsches Timing von Cortisolausschüttungen ist hinzukommen ungünstig für Schlaf, Bewegungsmotivation und andere gesundheitliche Aspekte.

Je regelmäßiger und je mehr du trinkst, desto stärker steigt dein Cortisolspiegel. In der Folge kommt es zu verschlechtertem Schlaf, einer schlechteren Regeneration, sinkender Bewegungsmotivation, gesteigertem Appetit und einer vermehrten Fetteinlagerung. Vor allem viszerales Fett wird eingelagert – das Fett im Bauchraum, das den Bauch nach außen wölbt – welches also nicht nur für den typischen “festen” Bierbauch sorgt, sondern als stoffwechselaktives Gewebe Botenstoffe freisetzt, das für vermehrte Entzündungen im Körper sorgen kann. Das hört sich nicht nur schlecht an, sondern kann richtig gefährlich werden: Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes sind nur zwei der Krankheiten deren Risiko durch Alkoholkonsum und viszerales Fett erhöht wird.

Alkohol sorgt weiterhin dafür, dass der Testosteronspiegel sinkt, da er als Aromatase-Aktivator fungiert – dafür reichen bereits kleinste Mengen aus. Aromatase sorgt dafür, dass entsprechende Rohstoffe nicht zu Testosteron, sondern zu Östrogen verarbeitet werden. Als Folge werden muskelabbauende (katabole) Prozesse und gleichzeitig die vermehrte Fetteinlagerung im Gewebe gefördert. Besonders Kraftsportler weisen nach Alkoholkonsum einen spürbaren Kraftverlust auf.

Da sich Alkoholkonsum zu guter Letzt auch negativ auf die Nährstoffverwertung sowie den Wasserhaushalt des Organismus auswirkt, muss Alkohol, so schmerzlich es auch für manch einen klingen mag, als Dickmacher und Abnehmblocker entlarvt werden. Auch sollte man bei allem Fokus auf das Abnehmen nicht vergessen, dass Alkohol auf Dauer der Leber schadet, krebsfördernd wirkt und ein hohes Suchtpotential besitzt. Alles in allem ein recht schlechtes Gesamtpaket.


Mit Alkohol abnehmen? Dann halte dich an diese Regeln!

Doch bevor du nun alle guten Vorsätze aus Frust über den Haufen wirfst – einen kleinen Trost gibt es doch: Wie so oft kommt es auch hier auf das richtige Maß an. Bei vernünftigem Konsumverhalten musst du nicht komplett auf Alkohol verzichten, wenn du dich an diese fünf praktischen Grundregeln hältst:

  • Plane mindestens eine Stunde ausgiebige Bewegung am Folgetag des Alkoholkonsums ein. Das fördert den Alkoholabbau, bringt den Kreislauf in Schwung und verbrennt überschüssige Kalorien vom Vorabend.
  • Versuche am selben Tag den Konsum von Fetten und Kohlenhydraten ein wenig einzuschränken. Magere Eiweißlieferanten und viel Gemüse sollten den Speiseplan diktieren. So sparst du Kalorien ein und gibst deinem Körper keine Rohstoffe, die er schnell in das Fettgewebe einlagern kann. Denke aber daran, Alkohol nicht auf leeren Magen zu trinken, dann gelangt er noch schneller ins Blut.
  • Wenn schon Alkohol, dann bitte nicht in Kombination mit zuckerhaltigen Säften, Limonaden, Sirup oder gar Sahne. Ein Glas Wein oder ein Bier werden sich nicht gleich auf den Hüften niederlassen, wenn es nicht zu einem täglichen Ritual wird. Zudem beschleunigen Zucker und Kohlensäure die Aufnahme von Alkohol.
  • Schon während des Alkoholgenusses empfiehlt es sich auf ausreichende Wasserzufuhr zu achten. Trinke aber auch vor dem Schlafengehen noch ein großes Glas Wasser und am Folgetag etwas mehr als gewöhnlich. Das vermeidet Dehydrierung und hilft dem Körper, schneller zu entgiften – außerdem sinkt die Gefahr von Kopfschmerzen, die häufig mit einer Dehydrierung durch Alkohol zusammenhängen.
  • Wer Gewicht verlieren möchte, sollte nicht mehr als einmal pro Woche Alkohol zu sich nehmen. Natürlich darf hierbei auch nicht über die Stränge geschlagen werden. Je nach Alkoholgehalt sind ein Glas Wein (0,2l) bzw. ein bis zwei Gläser Bier hier die Obergrenze.

Was tun gegen den gefürchteten Kater?

Du wolltest unsere Tipps beherzigen, hast aber doch ein bisschen zu viel getrunken? Die ersten Auswirkungen spürst du meistens gleich nach dem Aufstehen durch einen Kater. Warum entsteht ein Kater und was hilft gegen Übelkeit und Kopfschmerzen? Das erklären wir dir gerne.

Wenn du alkoholisiert bist, scheidest du mehr Wasser aus, als du durch die alkoholischen Getränke zu dir nimmst. Das bedeutet, dass dein Körper dehydriert, was unter anderem für die fiesen Kopfschmerzen sorgt. Die erste Lösung gegen den Kater ist daher viel Wasser zu trinken. Am besten ist es natürlich, bereits während der Party zwischendurch Wasser zu trinken, um deinen Wasserhaushalt zu normalisieren. Am besten greifst du auf stilles Wasser zurück. Ist der Alkohol aber erstmal im Körper, gibt es zwei Möglichkeiten, ihn aus dem Körper zu befördern: Durch das Schwitzen und durch die Blase.  Das bedeutet, dass du dir durch moderates Training mit viel Flüssigkeitszufuhr helfen kannst, den Alkohol schneller aus dem Körper zu bringen.


Fazit

Wenn du diese Regeln eingehältst, darfst du auch hin und wieder mal etwas trinken. Hier entscheidet sich, ob du wirklich die Kontrolle behältst oder der Versuchung verfällst. Da du besser ohne Alkohol abnehmen kannst, empfehlen wir in unseren Ernährungsplänen zum Abnehmen eine alkoholfreie Ernährung.


Quellen


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